Meine liebsten Leute,
die Kinder sind heute mit mega guter Laune aufgestanden und auch mir ging es so gut, wie noch nie hier. Ich kann schmerzfrei schlucken und mein Husten lässt mich nur mehr selten spucken, wie ein Kamel in der Wüste.

Heute ist Ferragosto, in Österreich Mariä Empfängnis genannt. Mariä ist ein wundervoller Genetiv.. 🙄
Für die Italiener ist das total der Feiertag des Sommers. So sind dem Ältesten, der Kleinsten und mir beim Spielplatz in der Dorfmitte, direkt neben der Kirche, einige Dorfmusiker in Tracht begegnet. Wie sie dann auch noch zu spielen angefangen haben, war die Kleine total hin und weg.

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In Romeno, dem kleinen Dorf, in dem wir grad sind, ist der Ferragosto der erste Tag von einigen Tagen Festspielen. So hat es gestern zum Beginn einen Fackellauf in der Nacht gegeben, der etwa 7 km lang ist. Während ich im Hotel war, um mit meiner Familie zu telefonieren, sind der Vater und der Älteste für den Lauf rausgeschlichen, unter dem Vorwand mich zu holen. Ich hab davon nichts gewusst und wie ich dann gemütlich mein Abendessen gegessen hab, ist die Kleine extra wieder aus ihrem Bett gestiegen und hat mich gefragt, wie ich hierher gekommen bin. Ahnungslos hab ich ihr geantwortet: „Mit dem Zug und dann mit euch mim Auto hierher nach Romeno.“
Das Missverständnis hat sie versucht aufzuklären, indem sie gefragt hat, wo denn ihr Papa sei. Die Mutter hat das schnell abgebrochen und gesagt, ich wüsste es nicht.

So, zurück zu heute! Der Älteste, die Kleine und ich waren jetzt also am Spielplatz, dann dem südtirolerischen Musikantenstadl zuhören (das übrigens genauso wie ein Österreichisches nur auf Italienisch klingt) und dann waren wir beim lokalen Brunnen, was trinken, in dem aber auf einmal ein halber Meter langer Fisch drin geschwommen ist!! Wie kommt der Fisch in den Brunnen?, ist die Frage!

Zum Mittagessen direkt danach sind wir zu einer Freundin der Mutter aus der Uni, ein Kaff weiter, zum Grillen gefahren. Sie wohnt in einem 2 Familien Haus mit oben einer Wohnung und unten einer. Die untere Familie, die natürlich mitgegrillt hat, hat 2 Töchter im Alter von 11 und 16, die auch ein bisserl Deutsch sprechen.

– Kleiner Witz am Rande: Sagt sie am Abend seufzend: Hör mal Schatz, die Grillen!
Drauf er: Ich riech nix.

Kleine Italienisch Info am Rande: sentire heißt sowohl hören als auch riechen! –

Weiter im Programm! Die Ältere war dann mit mir und den 3 Kindern auf einer Spielwiese, wo wir mit dem Ball gespielt haben, Fangen und auch Eis, Feuer, Erde, Luft gespielt haben. Wenn ich Ice gerufen hab, haben die Kinder einfrieren müssen, bei Air haben sie springen müssen, bei Earth sich hinsetzen und bei Fire ganz schnell rennen. Bei fire war ich mir nimmer sicher, was man machen muss, also war ich einfach spontan.

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Mir ist mein Lachen ein bisschen abhanden gekommen, die Kleine auf meinem Rücken hat mich grad an den Haaren gezogen. Im Hintergrund: die Kirche von Romeno

Dann haben wir im Keller von der unteren Familie bisserl gespielt und dann waren sowohl die Kinder, als auch ich geschafft. Das Problem bei Kindern ist, dass sie einfach überdreht, aggressiv und überempfindlich werden, anstatt einfach einzuschlafen.

Einige Kratzeinheiten später (again, nicht von mir) bin ich mit der Kleinsten, schlafend, in unserer Wohnung in Romeno gesessen, während der Vater den Rest der Familie holt.

Am Abend war ich dann noch eine Stunde mit allen 3 daheim. Vorgesehen war, dass ich nicht viel zu tun hab, während die Mutter den Vater schnell von wo abholt. Die Mädels haben im Bad gespielt, der Älteste ferngeschaut. Naja, Kinder sind unvorhersehbar und so wollte die Kleinste früher raus. Während ich sie im Handtuch eingewickelt vor den Fernseher gesteckt hab – das Handtuch war nach genau 2 Sekunden am Boden -, hab ich mich auf die Jagd nach ihrem Pyjama gemacht. Dann hab ich gleichzeitig die eine angezogen, ihre Haare geföhnt, während die andere tropfnass aus der Wanne getapst ist. Die Zweite abtrocknen, weiterföhnen, noch einen Pyjama suchen, die andere föhnen, der ersten ihre Memorykarten vom Kastl holen, bevor sie sich umbringt, weiterföhnen, von einem Kartonstapel erschlagen werden, der Älteren erklären, dass man Leute nicht mit Kartons ermordet wo Tiere draufgedruckt sind, wir sind ja schließlich selber keine, die erste fertig anziehen, aufs Klo gehen, „Sophie, Sophie, they are making a mess!“ hören,…

Und dann, sobald die Eltern da sind gschwind rausschlüpfen, dass man noch rechtzeitig die Eltern erwischt. Huch, dieser Alltag!

Ich wünsche allen einen schönen, entspannenden Ferragosto!!
Sophie

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