Liebste Leute,
hier die Überraschung, die ich in dem letzten Post nicht erzählen konnte: ich hab mich entschieden die Familie zu wechseln.

Es war keine leichte Entscheidung und sie ist auch nicht im Affekt getroffen worden. Ich bin unschuldig, euer Ehren!

Für viele kommt das vielleicht überraschend, weil der Blog so positiv ist. Das ist weil ich eben versucht hab für mich selber nur das Gute zu sehen. Fakt ist aber, dass die Eltern, die Kinder und ich nicht auf Augenhöhe stehen (der Vater ist riesig!) und wir uns in vielen, wichtigen Sachen nicht einigen können.

Die erste Woche hier habe ich viel gearbeitet und diese Kinder brauchen echt viel Aufmerksamkeit und Geduld. Ich hab mich überarbeitet und das, mit bereits angeschlagener Gesundheit, wodurch ich dann krank geworden bin. Dadurch, dass ich keine Pause gehabt/gemacht hab, bin ich noch kranker geworden. Die Eltern haben sich echt lieb um mich gekümmert, auch wenn ich viele Stichelein vom Vater bekommen hab, weil ich nicht nach seinen Ansprüchen arbeiten konnte. Es hat einfach nicht gepasst.

Jetzt wo ich wieder gesund bin, hab ich die Möglichkeit dieses Gefühl nicht mehr auf die Krankheit zu schieben.

An einem voll harten 9 Stunden Tag (trotz ausgemachter 7 Stunden; 6 pro Tag sind eigentlich das erlaubte Maximum für Au Pairs) hab ich mit den Eltern gesprochen, dass mir das zu viel ist. Als Antwort haben sie mich nicht als voll genommen und gemeint, vielleicht wäre ich voll nicht bereit für diese Experience. Das hab ich mir nicht drunter vorgestellt, da haben sie völlig recht.
– Kleines Suchspiel: Wie oft habe ich Variationen vom Wort voll im obrigen Absatz versteckt? –

Aber ich habe meinen Glauben an das Au Pair Abenteuer noch nicht aufgegeben! Durch eine andere Au Pair in Trento habe ich bereits zwei Anfragen von Familien bekommen. Au Pairs sind ihre eigene Art von Spinnen und wir haben ein echt cooles Netz, das mir so viele Möglichkeiten bietet. Ich bin hier nicht allein und es gibt lauter hilfsbereite Menschen hier!

Nachdem ich um 2 erst eingeschlafen bin und um 6 nicht mehr schlafen hab können, bin ich, sobald ich die ganze Familie im Wohnzimmer gehört hab, runtergegangen und hab gesagt, dass ich die Au Pair Erfahrung mit dieser Familie abbrechen will. Zugegeben war das echt asozial von mir, das vor den Kindern zu sagen, aber ich hab nicht klar denken können und wollt nur mehr weg.

Der Vater ist mit den Kindern schwimmen gegangen, damit ich mit der Mutter reden konnte. Das Gespräch mit ihr war zwar anfangs echt unangenehm, aber sobald sie es akzeptiert hat, war es echt fast gut und ich hab das Gefühl wir können uns amikabel trennen. Eine Stunde bevor ich nach Trento gefahren worden wäre, ist die Kleinste aber gestürzt und hat sich eine Kinnwunde zugezogen, sodass wir alle ins Krankenhaus im Nachbarskaff gefahren sind, damit sie genäht werden kann. Dort haben wir eine Stunde gewartet. Dann sind die älteren beiden ins Nachmittagscamp gefahren worden und ich hab mich von ihnen verabschiedet. Dann hab ich 2 1/2 Stunden in der leeren Wohnung gewartet, bis der Vater die Mutter und die Kleine aus dem KH abholt. Sobald sie wieder da waren, sind die Mutter, die schlafende Kleine und ich fast schweigend nach Trento gefahren, wo ich meine Koffer gepackt hab, mein Geld bekommen hab und gegangen bin.

Dann bin ich mit meinem riesigen Koffer ein bisserl durch die Stadt geirrt, bis ich den richtigen Bus gefunden hab, um zu einer anderen Au Pair zu fahren, deren Gastfamilie mich mega herzlich aufgenommen hat. Die Familie ist so lebendig und fröhlich, dass ich echt froh bin, eine neue Chance mit einer neuen Familie zu finden.

Wünscht mir Glück!
Sophie

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