Hallo, meine liebsten Leute,
mein Sonntag hat ein paar Mal angefangen. Der Hund, Oliver, ist nämlich sehr ängstlich und bei jedem kleinsten Geräusch – wie etwa ein Bumpern einen Stock höher oder eine Sophie, die in der Nacht ihre Tür aufmacht, um aufs Klo zu gehen – grummelt er wie ein Flugzeug oder bellt einfach drauf los.

Um 7 Uhr hat er dann richtig angefangen, weil ich für die Kirche aufgestanden bin. Ich wurde begrüßt von, ihr wisst es schon, einem Grummeln und Bellen. Sobald ich dann draußen war, wurde ich aber begrüßt von eiskalter Luft und Sonnenstrahlen, die grad amal den Gipfel erreicht haben, aber den restlichen Berg noch nicht.

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Der Bus runter in die Stadt fährt nur einmal die Stunde, weshalb ich dann um 8 schon in der Stadt war und dann 20 Minuten zu Fuß gegangen bin. Kleine Info: die Kirche hat erst um 9 begonnen.
Es ist nur eine kleine Gemeinde von etwa 50 Leuten durchschnittlich. Im Sommer sind alle auf Urlaub, aber es waren trotzdem gute 35 Leute da.

Die Mitglieder waren alle total herzlich und haben gefragt wie’s mir geht, von wo ich bin, wie lang ich da bin, usw. Ich hab mich ein bisserl wie ein Missionar gefühlt, weil ich 3-4 Essenseinladungen bekommen hab. Wer nicht mit unseren Kirchengepflogenheiten bekannt ist, in meiner Gemeinde wird zum Beispiel sogar jeden Sonntag ein Kalender durchgegeben, wo die Mitglieder eintragen, wann sie die Missionare zum Essen einladen.

Ich hab den vielen Einladungen für heute leider absagen müssen, weil ich zum Mittagessen schon bei den Eltern von meinem Gastvater eingeladen war. Die Oma war total aufgeregt, dass die Kleinen da waren, dass sie total zappelig war und um die Kinder herumgewuselt ist. Das hat sich natürlich auf die Kinder ausgewirkt, die dann ebenso zappelig geworden sind bzw. sich alles erlaubt haben. Nur so ein kleiner Hinweis für alle Großeltern: es ist nicht gut.
Obwohl ich mir sicher bin, dass die gute Frau heut Nacht gut schlafen wird und voller Erschöpfung sofort wegpennt.

Die Familie und ich sind schnell geflüchtet, weil einerseits die Zappelei anstrengend für uns war, andererseits haben uns die Gelsen dort total gefressen. Somit waren wir der Gelsen Abendmahl. Kurz später: 3 Stunden in einem älteren Wohnmobil ohne Gurt mit dem Film Anastasia, den ich vorher noch nie gesehn hab und es hat so viel Krach von der Fahrt gegeben, dass wir den Film überhaupt gar nicht gehört haben.

Naja, wie auch immer. Endlich angekommen war es hier mega kalt. Eine Leggings, eine Jogginghose, ein langes Leiberl, eine Fleece-Weste und eine Regenjacke gegen den Wind und mir war halbwegs warm. Wie haben uns den Campingplatz bissl angeschaut und er ist echt mega! Es gibt hier ein Pool, ein Spa, ein Pool drinnen, einen kleinen kleinen Spielplatz für die Kinder, wo es auch ein Trampolin und eine Slackline gibt und die Bäder sind auf römische Therme hergerichtet!
Ich hab mit den Eltern mehr reden können und hab langsam das Gefühl, dass wir uns anfreunden. Nicht, dass das Gefühl vorher nicht da war, aber jetzt ist der Prozess im Gange. Die Kinder sind eh schon längst in meinem Bann… Oder ist es umgekehrt?

Kalte Grüße,
Sophie

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