Meine liebsten Leute,
mein frühes Verlassen des Hauses um 7.30 wurde begrüßt von lautem Bellen seitens Olivers, des Hundes.
Wie letzten Sonntag war ich 40 Minuten vor Beginn der Kirche in der Stadt, weil der Bus nur einmal die Stunde fährt. Heute hab ich aber eine willkommene Möglichkeit gefunden diese Zeit zu überbrücken: nach Hause telefonieren.
Falls also jemand daran interessiert ist sonntags um 8.20 zu skypen oder whatsappen -> ich bin online!

An der Kirche hab ich viel Freude gehabt. Wir haben zum Beispiel darüber gesprochen, dass Glaube eine Gabe von Gott ist. Es ist nichts, wofür man sich einfach entscheiden kann. Vom einen Moment auf den anderen entscheide ich mich zu glauben? Geht nicht. Aber man kann gewisse Dinge tun, um dieses Geschenk zu bekommen. Man setzt sich mit dem Evangelium – der frohen Botschaft – auseinander, man betet, man liest nach, was Gott denn eigentlich von uns will, wo wir herkommen, wie wir ein Leben führen können, woran er und wir uns erfreuen und man hofft schlussendlich daran, dass man etwas dafür bekommt.

Gestern bei der Taufe hat mich der Vater der Getauften für heute zum Mittagessen eingeladen, was ich liebend gern angenommen hab. Sie haben mich extra gefragt, ob ich Pasta oder Risotto essen möchte, worauf meine Antwort natürlich Risotto war! Nachher haben die Eltern mir gestanden, dass sie Gemüse püriert und heimlich untergemischt haben, weil ihre Kinder (8 und 13) nicht gerne Gemüse essen. Leider erfolglos. Die beiden Mädels haben gedacht, es wäre eine komische Gewürzmischung und haben nicht viel gegessen.

Um das Essen schnell zu vergessen haben die Mädels ihre Spielesammlung ausgepackt. „Giocate qualcosa che la Sophia non possa conoscere… Come Rummy!“, hat der Familienvater, Christiano gesagt. („Spielt was, das die Sophie sicher nicht kennen kann… Wie etwa Rummy“)
Wer hätte denn ahnen können, dass ich seit ich denken kann bei jedem Besuch bei meinen Urgroßeltern Rummy spiele?

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Nach ein paar anderen Spielen sind wir an einen See in der Nähe gefahren. Die Familie wohnt nämlich in der Valle dei Laghi (im Tal der Seen). Die Kleine hat versucht die Enten mit ihrer Jause zu füttern. Leider hat es nur in aufgeweichtem Brot im Wasser geendet, weil die Anatara (Ente) sich nicht hergetraut hat.

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Ein grüner See ist ein gesunder See?

Gegen 6 wurde ich heimgefahren, wo mich eine leere Wohnung begrüßt hat, weil meine Gastfamilie einen Tag bei den Dolomiten verbracht hat und erst um 8 retourniert ist. Ich bin mir bewusst, dass man normal nur ein ungewolltes Packet retourniert, aber das Italienisch influenziert mein Deutsch. Das Wort klingt wie Influenza und das ist ebenso Absicht.

Ich wünsche einen gesunden Start in die Woche!
Sophie

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