Tag 19: It’s a hard walk life

Hallo meine liebsten Leute,
ich hab so viele Rückmeldungen bekommen von euch allen, die ihr diesen Blog lest, es ist ein Wahnsinn! Ich freu mich total, dass ich so wirklich jeden erreichen kann und fühl mich echt geehrt, dass ich so popolär bin (upsi, hat sich da ein O statt einem U eingeschlichen?)

Also gestern bin ich glücklicherweise ein Bisserl früher schlafen gegangen. Die Kinder und ich sind den Berg, wo das Haus ist, runterspaziert, was etwa eine halbe Stunde gebraucht hat. Aber wir haben Spaß dabei gehabt und das Wetter ist wieder echt schön! Unser Ziel war die kleine Bibliothek in Povo. Dort gibt es einen extra Raum mit Kinderbüchern. Die Großen haben sich selbstständig in Büchern eingegraben, während der Kleinste mich in Büchern begraben hat. Wir haben von Katzen, Bergen und Fischen gelesen und dann kam der Hunger. Über den müssen Kinder aber nicht erst lesen, wenn er kommt, wissen sie genau, was es ist.

Also sind wir zum kleinen Spielplatz direkt nebenan gegangen. Den Hunger hab ich mit Wasser und Milchbrötchen mit Schokostücken überbrücken können. Dann haben sich die Großen wieder selbstständig gemacht und miteinander auf den diversen Turngeräten gespielt, während ich den Kleinsten geschaukelt hab.
Die Monica hat mir dann eine SMS geschickt, dass sie schon daheim sei und ich sie anrufen solle, wenn wir bereit wären. Die Großen waren schon total bereit, der Kleine Giulio wollt noch unbedingt 10 Minuten schaukeln… Nur 10 Minuten, bitte bitte… Armes Schweindi, er hat sie leider nicht bekommen, die 10 Minuten.

Vollkornnudeln zum Mittagessen waren ein wahres Upgrade! Mein Magen ist an Weißmehl total übersättigt.
Nach dem Essen hab ich mit den Kindern noch gespielt. Zum Beispiel hab ich ein deutschsprachiges Buch voller Spiele und Bilder und ich bring den Kindern zum Beispiel Farben bei.

Die Monica hat mich heut gebeten so viel Deutsch wie möglich zu sprechen. Im Grunde also hauptsächlich mit den Kindern Deutsch zu sprechen. Ich bin mir sicher, sie lernen es schnell, weil sie sind total wiff und sie wollen es lernen. Blöd ist nur, dass sie wissen, dass ich Italienisch kann und dass wir uns in der Sprache gegenseitig verstehen. Ich fühl  mich nur total gemein, wenn ich auf Deutsch rede und sie es nicht verstehen und mich dann betroffen anschauen, mit einem Blick der sagt: Ich versteh dich nicht und du weißt es. Warum tust du das?
Also sag ich einfach alles doppelt. Einmal auf Deutsch, einmal auf Italienisch. Ich hoffe, ich kann das Italienisch bald wegfallen lassen mit den Kindern. Ich sprech es eh mit den Eltern und allen andern. Ich krieg so viel von ihnen und der Erfahrung, dass ich ihnen wenigstens ein gutes Grunddeutsch geben mag.

Gegen 4 war ich mit einem anderen Au Pair in der Stadt. Zuerst waren wir im falschen Einkaufszentrum im Süden von Trento. Das richtige war im Norden.
Und wir sind auch noch zu Fuß gegangen. Danach hab ich noch – zu Fuß – die Kirche gesucht, dass ich nicht am Sonntag in der Früh suchen muss. Bin mit müden Füßen fündig geworden.

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Mamma mia, bin ich fertig!!
Als Entschädigung hab ich mir ein Törtchen, ein Trinkjoghurt und ein Frozen Yogurt gegönnt. Ei, mir ist schlecht. Aber ich werde gut schlafen!

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Ein müdes gute Nacht an alle!
Sophie

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Tag 18: Mein erster Tag

Meine liebsten Leute,
Was für ein schöner Tag!

Ich bin gestern bei meiner neuen Familie eingezogen! Diesmal kann ich euch sogar die Namen der Familie verraten! Der Älteste heißt Gabriele und wird Ende September 9. Ich hab nur selten Schwierigkeiten nicht an meine Mama zu denken, die den gleichen Namen hat.
Die Mittlere heißt Beatrice (das -ce wird tsche ausgesprochen, aber ich nenn sie sowieso meistens Bea). Sie ist 6 Jahre alt, aber sie könnte genauso gut 8 sein. Sie ist aufgeweckt und mega lieb!
Das kleine Zwutschki heißt Giulio (ausgesprochen wäre das Dschuljo). Er wird 10 Tage vor meinem Geburtstag 3.
Er nuschelt viel und spricht manche Buchstaben, wie das R zum Beispiel nicht aus, was das Ganze etwas erschwert, aber meistens ist er mit einem veramente? Eiiiii! (Wirklich? Ahh!) und einer Umarmung von mir zufrieden.

Nachdem ich um halb 1 schlafen gegangen bin, bin ich um 8 aufgewacht. Das ist eine halbe Stunde bevor der Vater in die Arbeit fahrt. Also hat er mir noch ihr großes Frühstückssortiment gezeigt: Kekse, Panini, Nutella, Honig, Pudding, Joghurt, Milch, Obst,… Alles! (fehlt nur noch das Mischbrot, aber sowas gibt es hier nicht)

Dann ist er gegangen. Während der Gabri und ich gewartet haben, dass der Kleine aufwacht, hab ich gefrühstückt. Die Beatrice war beim Arzt und ist erst zum Mittag gekommen. Die Burschen und ich haben erst drinnen gespielt, bis ich draufgekommen bin, dass wir ja auch in den Garten gehen können, wo wir mit einem Ball gespielt haben. Ich war total erstaunt, dass sie das Spiel dauernd abgeändert haben, sodass es ihnen nie langweilig geworden ist.

Zum Mittag ist dann die Mutter gekommen und wir haben noch bisserl weitergespielt bis das Essen fertig war.
Sie hat mich dann gefragt, ob ich am Nachmittag schlafen will oder in die Stadt will oder ob ich mit ihnen mit in ein Museum gehen will. Ich hab mich für das Museum entschieden. Es war ein Vogelscheuchenmuseum, wo die Kinder vorher ein kleines Weckerl gebacken haben. Sehr coole Sache!

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Vogelscheuche: Conchita Wurst hat es nach Italien geschafft!

Nachher bin ich bei der Piazza rausgelassen worden, die derweil meine neue W-Lan Insel ist.

Für alle, die sich in letzter Zeit Sorgen um mich gemacht haben: Vielen lieben Dank für eure Anteilnahme! Zum Glück sind eure Sorgen jetzt nicht mehr notwendig :mrgreen:

Sophie

Tag 17: Schaf im Wolfsfell im Schafsfell

Hallo liebste Leute,
heute Vormittag hab ich mit der anderen Au Pair und ihren Gastkindern gespielt, während ihre Gastmutter gepackt hat. Sie fahren nämlich am Samstag ans Meer.
Um genau zu sein hab ich mit Iron Man und Captain America gekämpft! Und was für eine Schlacht das war…
Unser Gekämpfe war nicht allzu laut. Trotzdem hat die Nachbarin von unten gegen ihre Decke geklopft.

Als dann einer der Burschen ausgerutscht ist und sein Popöchen auf dem Boden aufgeklatscht ist, hat jene Nachbarin die Stiegen erklommen und ist die Gastmutter angegangen, dass ihre Tochter nicht lernen könne. Die Gastmutter weiß natürlich, dass Kinder laut sind, weshalb sie sonst jeden Tag draußen ist, sei es im Park, im Schwimmbad oder sonst wo. An jenem Tag hat es aber geregnet, weshalb wir eben drinnen waren. Die Nachbarin fühlte sich aber gründlich in ihrer Ruhe gestört, weshalb sie, italienisch, wie sie ist, ein Schreikonzert angefangen hat, welches ich im angrenzenden Zimmer der deutschen Au Pair übersetzt habe. Auch die Gastmutter ist dann richtig in Rage geraten. Sobald aber die Nachbarin weg war, war sie total fertig und hat nix essen können. Auch wenn sie lauter geschrien hat als ein Wolf, war sie im Endeffekt doch nur ein freundliches, sensibles Schäfchen.

Knapp eine Stunde später hab ich mich mit der 2. möglichen Gastmutter getroffen. Sie war mega lieb und freundlich, aber ich hab mich leider am Tag davor schon in die anderen Kinder verliebt. Also hab ich sie nachher angerufen und ihr abgesagt und der Monica, meiner neuen Gastmutter zugesagt.
Ihr Kleinster, Giulio, hat aber grad geschlafen, weshalb sie mich noch nicht abholen hat können. Deshalb bin ich mit der Gastmutter vom andern Au Pair, ihrem Kleinsten, der anderen Au Pair und den 2 Nachbarsmädels ins Einkaufscenter gefahren, wo ich mir eine SIM Karte für’s Handy kaufen wollte. Da bin ich ein bisserl über’s Ohr gehauen worden, weshalb nach dem Kauf wieder fast ein Schreiduell zwischen der anderen Gastmutter und dem Verkäufer angefangen hat, weil er zwar erklärt hat, was und warum er gemacht hat, aber in einer Geschwindigkeit, dass nicht amal sie mitgekommen ist. Der Gastvater der anderen Familie hat einen Manager für den nächsten Tag in die Filiale bestellt, um zu schauen, ob man es zurückgeben kann.

Zum Abendessen sind mein Koffer und ich dann vom Alessandro, meinem neuen Gastvater abgeholt worden. Dort haben wir ein sehr entspanntes Abendessen gegessen und haben nachher ewig probiert mich zu Internet zu führen, weil sie kein W-Lan haben. Trotz internationaler Hilfe von meinem Bruder geht es leider noch immer nicht. 😧

Schlussendlich bin ich um halb 1 schlafen gegangen.
Fun Fact: Ich hab hier so einen saucoolen Polster mit Mulde in der Mitte!
Sophie!

Tag 16: Dienstag

Liebste Leute,
Was für ein Tag!

Aufgeweckt von der Sonne. Frühstück mit Nutella und freundlichen Gesichtern. Ein Spaziergang… Perfekter Start in den Tag!

Nach jenem außerordentlich un-italienischen Frühstück, weil die andere Au Pair und ich die Nutella auf Brot statt auf Zwieback gegessen haben, ist sie mit ihrer Familie schwimmen gegangen. Nachdem sie im Auto einen Platz zu wenig gehabt haben, hab ich mir ein bisschen Zeit genommen, um meinen Koffer zu reorganisieren, nachdem die Ordnung darin eindeutig Flucht geschrien hat. Sobald er wieder leicht schließbar war, hab ich mir meine kleine City-Tasche geschnappt und bin zur Piazza spaziert. Povo ist ein kleiner, reicher Vorort zu Trento. Man braucht 20 Minuten mit dem Bus und ist schon in der Stadtmitte von Trento.

Auf der Piazza gibt es Gratis W-Lan, welches ich genutzt hab, um meinen Blog upzudaten und ein bisschen den Kontakt zu meinen Freunden zu pflegen, die ich in Österreich gelassen hab.
Währenddessen hab ich Fonzies gegessen. Viele von euch haben mich wahrscheinlich schon drüber reden hören. Das ist der Snack, auf den ich mich in Italien am meisten gefreut hab! Es sind komische Maisplops mit Käsegeschmack! Wenn ich Zeit hab mir die zu kaufen, dann ist das ein echt toller Tag!

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Aufgrund des wundervollen Wetters hab ich gleich noch einen Spaziergang durch das hügelige Povo gemacht. Teilweise ist ein Bach neben der Straße geflossen, der wie auf einer Yoga-CD geklungen hat.

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Und dann als kleiner Abschluss hab ich mir ein Eis gegönnt. Holunderblüte (Fior di Sambucco) und Apfeltorte (Torta di Mele)! Holunderblüten sind hier in Trentino voll der Renner! Genauso wie frisches Kraut. Die sind bei fast jedem Essen dabei.

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Um Eins hab ich dann den kleinen Spaziergang zurück angetreten und mit der Familie bei der ich schlafen durfte mittaggegessen. Die Mutter der Familie ist befreundet mit einer der beiden Familien, die mich angefragt haben, also hat sie die angerufen und organisiert, dass ich den Nachmittag mit ihr und den Kindern verbringen kann.

Um zwei ist sie dann mit ihrem Kleinsten gekommen, der noch nie in der Wohnung dieser Familie hier war und drum ein bisserl schüchtern. Ich bin dann mit ihnen mitgefahren, um ihre andern zwei abzuholen, die bei Freunden übernachtet haben. Der Kleinste ist fast 3 Jahre alt, die Mittlere ist spritzige 6 und der Älteste ist fast 9, hat er mir stolz erzählt.
Wir sind mit drei anderen Müttern, zu je 3 Kindern, in einen Park gefahren, wo mich das Mädel und ihre beste Freundin gleich total adoptiert haben. Ich hab quasi nichts machen müssen außer ihnen zu folgen und auf ihre Kreativitäten und Geschichten einzugehn. Es ist nur so aus ihnen rausgesprudelt! Den Kleinsten hab ich geschaukelt und dann hat er mich geliebt. Den Rest des Tages ist er dauernd zu mir hergekommen und hat mich ur fest umarmt.
Den Großen hab ich kaum gesehen, weil er mit seinen Freunden immer ein Stücki weiter vorn war.

Nach dem Park und einem Schokodonut sind wir den Berg nebenan ein bisserl raufgegangen, bis wir in ein kleines Museum der Instrumente (museo degli strumenti) gekommen sind. Wir haben eine Führung durch die Instrumente Europas, Afrikas und Asiens bekommen. Im Asienraum hat es eine Messingschüssel gegeben, ich glaube, dass es Messing war. Wenn man diese mit Wasser füllt und dann mit kreisförmigen Bewegungen des Schlögels in Schwingung bringt, schaut es aus, als würde das Wasser kochen. Wenn man sich dieselbe Schüssel auf den Rücken drücken lässt und die Person, die die Schüssel hält, versetzt sie in Schwingung, bekommt man eine mega angenehme Gratismassage, wo nachher noch der ganze Rücken kribbelt. Spreche hier aus Erfahrung.

Zum Abendessen sind wir dann zu ihrem Haus gefahren. Der Kleine ist im Auto eingeschlafen und es begab sich, er erwachte erst am nächsten Morgen. Ich hab mit den Großen und den Eltern geplaudert und mir alles zeigen lassen. Der Vater hat uns eine Pasta gemacht und danach hat es was gegeben? Gemüse! Frisches Kraut, Gurken, Paradeiser, oooh ja!
Der Vater lernt seit 2 Jahren Deutsch. Also er hat vorletztes Jahr einen Kurs im Level A1 gemacht und letztes eins im Level A2. Er hat mir beigebracht, dass Obst und Gemüse im Deutschen meistens den Artikel „die“ hat.

Nach dem Abendessen hat mich die Mutter wieder zur anderen Au Pair gefahren, wo 2 andere Familien zu Besuch waren. Beim Schlafen gehen hat mir die Au Pair erzählt, dass eine der beiden Familien am Sonntag mit meiner Ex-Gastfamilie ans Meer fahrt 😧

Das war’s von meinem ersten ganzen Tag in Arbeitslosigkeit!
Sophie

Tag 15: Ich sitz im Spinnennetz

Liebste Leute,
hier die Überraschung, die ich in dem letzten Post nicht erzählen konnte: ich hab mich entschieden die Familie zu wechseln.

Es war keine leichte Entscheidung und sie ist auch nicht im Affekt getroffen worden. Ich bin unschuldig, euer Ehren!

Für viele kommt das vielleicht überraschend, weil der Blog so positiv ist. Das ist weil ich eben versucht hab für mich selber nur das Gute zu sehen. Fakt ist aber, dass die Eltern, die Kinder und ich nicht auf Augenhöhe stehen (der Vater ist riesig!) und wir uns in vielen, wichtigen Sachen nicht einigen können.

Die erste Woche hier habe ich viel gearbeitet und diese Kinder brauchen echt viel Aufmerksamkeit und Geduld. Ich hab mich überarbeitet und das, mit bereits angeschlagener Gesundheit, wodurch ich dann krank geworden bin. Dadurch, dass ich keine Pause gehabt/gemacht hab, bin ich noch kranker geworden. Die Eltern haben sich echt lieb um mich gekümmert, auch wenn ich viele Stichelein vom Vater bekommen hab, weil ich nicht nach seinen Ansprüchen arbeiten konnte. Es hat einfach nicht gepasst.

Jetzt wo ich wieder gesund bin, hab ich die Möglichkeit dieses Gefühl nicht mehr auf die Krankheit zu schieben.

An einem voll harten 9 Stunden Tag (trotz ausgemachter 7 Stunden; 6 pro Tag sind eigentlich das erlaubte Maximum für Au Pairs) hab ich mit den Eltern gesprochen, dass mir das zu viel ist. Als Antwort haben sie mich nicht als voll genommen und gemeint, vielleicht wäre ich voll nicht bereit für diese Experience. Das hab ich mir nicht drunter vorgestellt, da haben sie völlig recht.
– Kleines Suchspiel: Wie oft habe ich Variationen vom Wort voll im obrigen Absatz versteckt? –

Aber ich habe meinen Glauben an das Au Pair Abenteuer noch nicht aufgegeben! Durch eine andere Au Pair in Trento habe ich bereits zwei Anfragen von Familien bekommen. Au Pairs sind ihre eigene Art von Spinnen und wir haben ein echt cooles Netz, das mir so viele Möglichkeiten bietet. Ich bin hier nicht allein und es gibt lauter hilfsbereite Menschen hier!

Nachdem ich um 2 erst eingeschlafen bin und um 6 nicht mehr schlafen hab können, bin ich, sobald ich die ganze Familie im Wohnzimmer gehört hab, runtergegangen und hab gesagt, dass ich die Au Pair Erfahrung mit dieser Familie abbrechen will. Zugegeben war das echt asozial von mir, das vor den Kindern zu sagen, aber ich hab nicht klar denken können und wollt nur mehr weg.

Der Vater ist mit den Kindern schwimmen gegangen, damit ich mit der Mutter reden konnte. Das Gespräch mit ihr war zwar anfangs echt unangenehm, aber sobald sie es akzeptiert hat, war es echt fast gut und ich hab das Gefühl wir können uns amikabel trennen. Eine Stunde bevor ich nach Trento gefahren worden wäre, ist die Kleinste aber gestürzt und hat sich eine Kinnwunde zugezogen, sodass wir alle ins Krankenhaus im Nachbarskaff gefahren sind, damit sie genäht werden kann. Dort haben wir eine Stunde gewartet. Dann sind die älteren beiden ins Nachmittagscamp gefahren worden und ich hab mich von ihnen verabschiedet. Dann hab ich 2 1/2 Stunden in der leeren Wohnung gewartet, bis der Vater die Mutter und die Kleine aus dem KH abholt. Sobald sie wieder da waren, sind die Mutter, die schlafende Kleine und ich fast schweigend nach Trento gefahren, wo ich meine Koffer gepackt hab, mein Geld bekommen hab und gegangen bin.

Dann bin ich mit meinem riesigen Koffer ein bisserl durch die Stadt geirrt, bis ich den richtigen Bus gefunden hab, um zu einer anderen Au Pair zu fahren, deren Gastfamilie mich mega herzlich aufgenommen hat. Die Familie ist so lebendig und fröhlich, dass ich echt froh bin, eine neue Chance mit einer neuen Familie zu finden.

Wünscht mir Glück!
Sophie

Tag 14: Zwei zum Preis von einem

Hallo liebste Leute,
Morgenstund hat Gold im Mund, sagt man. Gold hab ich nicht gefunden, dafür hab ich das erste Mal, seit ich hier bin, durchgeschlafen! 👏👏👏

Am Vormittag waren wir in der katholischen Kirche im Ort. Die Messe hat erst um 10.30 begonnen. Für alle Mormonen hier ist das mega spät, für die Familie ziemlich früh.
Die Kirche war ziemlich gestopft, es sind sogar Leute gestanden! Es gibt einen blaugewandeten Schwesternorden hier, also ist quasi die ganze Messe von Engelsstimmen begleitet worden … Jetzt weiß ich, warum die katholischen Kirchen so ein hohes Gewölbe haben: um die falschen Töne auszuhallen, sodass es immer gut klingt. Es sei denn natürlich man sitzt direkt vor den schiefen Stimmen.

Während die Eltern mit all ihren Bekannten am Spielplatz geplauscht haben, war ich mit den Kindern spielen. Der Große hat sich mit seinem Rad das Knie voll aufgeschürft, sodass wir zwei früher wieder zurück in die Wohnung gefahren/gerannt sind. Dort hab ich ihm ein paar Kartenspiele beigebracht, so auch schwarzer Peter. Zu zweit ist das allerdings nicht so aufregend, was er aber nicht gewusst hat, nachdem er es nur zu zweit kennt.

Zum Mittag haben wir wieder die allbekannten Nudeln mit roter Sauce gegessen, die mir langsam schon bisschen bei der Nase raushängen (nicht wörtlich nehmen, das wäre echt eine Sauerei! – sagte die Vegetarierin).

Am Nachmittag haben die beiden aufgekratzten Mädels ein pisolino gemacht, wodurch ich ein bisschen Zeit für mich gehabt hab. Ich hab einen Spaziergang durch Wald und Wiese gemacht und dann ein bisschen Internet am Tag genutzt. Im Hotel/W-Lan Insel hab ich den Anfang eines alte-Leute-Bingospieles gecrasht. Es war noch kaum wer da, aber die Tische waren so süß mit grünen Tischdecken und den Spielutensilien hergerichtet. Die 2 Damen, die hereingekommen sind, haben mich gefragt, ob ich denn auch mitspiele, was ich fast bedauernd verneint habe. Ein wöchentliches Bingospiel holt mich bestimmt früh genug ein!

Wie die Größere dann aufgewacht ist, bin ich mit ihr und dem Burschen in einen Kuhstall gegangen. Dort war keine Menschenseele und ich hab den Großen davon abhalten müssen, die Kühe mit dem Heu zu füttern. Danach sind wir über eine Wiese und brach liegende Felder gewandert, wo ich mit der Mittleren Blumen gepflückt hab, um sie von der langen Wanderung abzulenken. Das hat leider nicht ganz geklappt und sie hat über Phantombrennessel geklagt.

Dann war ich zum zweiten Mal seit wir hier sind beim Parco della pace, wo wir Ringlotten gepflückt haben, die der Große zuerst giftig geglaubt hat. Wir haben geschaukelt, haben verstecken gespielt und dann hat es – das zweite Mal, dass ich bei diesem Park war – zum Regnen angefangen. So hab ich nun zwei Outdoor-Duschen zum Preis von einem Park abbekommen. Bevor es noch geschüttet hat, sind die Eltern gekommen: er vom Joggen, sie mit der Kleinsten, die noch geschlafen hat vorher. Wie wir dann nur noch im Holzpavillion gesessen sind, um dem Regen zu entkommen, hat mich die Mutter gefragt, ob ich denn gehen wolle, was ich bejaht hab und hab dann mein eigenes kleines Jogging im Regen unternommen.

Mehr ist heute nicht passiert. Zumindest nichts, dass ich derweil erzählen könnte. Ich verspreche Einiges für den nächsten Blogpost! Da wartet so manche Überraschung auf euch.
Sophie

Tag 13: Buon Ferragosto!!

Meine liebsten Leute,
die Kinder sind heute mit mega guter Laune aufgestanden und auch mir ging es so gut, wie noch nie hier. Ich kann schmerzfrei schlucken und mein Husten lässt mich nur mehr selten spucken, wie ein Kamel in der Wüste.

Heute ist Ferragosto, in Österreich Mariä Empfängnis genannt. Mariä ist ein wundervoller Genetiv.. 🙄
Für die Italiener ist das total der Feiertag des Sommers. So sind dem Ältesten, der Kleinsten und mir beim Spielplatz in der Dorfmitte, direkt neben der Kirche, einige Dorfmusiker in Tracht begegnet. Wie sie dann auch noch zu spielen angefangen haben, war die Kleine total hin und weg.

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In Romeno, dem kleinen Dorf, in dem wir grad sind, ist der Ferragosto der erste Tag von einigen Tagen Festspielen. So hat es gestern zum Beginn einen Fackellauf in der Nacht gegeben, der etwa 7 km lang ist. Während ich im Hotel war, um mit meiner Familie zu telefonieren, sind der Vater und der Älteste für den Lauf rausgeschlichen, unter dem Vorwand mich zu holen. Ich hab davon nichts gewusst und wie ich dann gemütlich mein Abendessen gegessen hab, ist die Kleine extra wieder aus ihrem Bett gestiegen und hat mich gefragt, wie ich hierher gekommen bin. Ahnungslos hab ich ihr geantwortet: „Mit dem Zug und dann mit euch mim Auto hierher nach Romeno.“
Das Missverständnis hat sie versucht aufzuklären, indem sie gefragt hat, wo denn ihr Papa sei. Die Mutter hat das schnell abgebrochen und gesagt, ich wüsste es nicht.

So, zurück zu heute! Der Älteste, die Kleine und ich waren jetzt also am Spielplatz, dann dem südtirolerischen Musikantenstadl zuhören (das übrigens genauso wie ein Österreichisches nur auf Italienisch klingt) und dann waren wir beim lokalen Brunnen, was trinken, in dem aber auf einmal ein halber Meter langer Fisch drin geschwommen ist!! Wie kommt der Fisch in den Brunnen?, ist die Frage!

Zum Mittagessen direkt danach sind wir zu einer Freundin der Mutter aus der Uni, ein Kaff weiter, zum Grillen gefahren. Sie wohnt in einem 2 Familien Haus mit oben einer Wohnung und unten einer. Die untere Familie, die natürlich mitgegrillt hat, hat 2 Töchter im Alter von 11 und 16, die auch ein bisserl Deutsch sprechen.

– Kleiner Witz am Rande: Sagt sie am Abend seufzend: Hör mal Schatz, die Grillen!
Drauf er: Ich riech nix.

Kleine Italienisch Info am Rande: sentire heißt sowohl hören als auch riechen! –

Weiter im Programm! Die Ältere war dann mit mir und den 3 Kindern auf einer Spielwiese, wo wir mit dem Ball gespielt haben, Fangen und auch Eis, Feuer, Erde, Luft gespielt haben. Wenn ich Ice gerufen hab, haben die Kinder einfrieren müssen, bei Air haben sie springen müssen, bei Earth sich hinsetzen und bei Fire ganz schnell rennen. Bei fire war ich mir nimmer sicher, was man machen muss, also war ich einfach spontan.

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Mir ist mein Lachen ein bisschen abhanden gekommen, die Kleine auf meinem Rücken hat mich grad an den Haaren gezogen. Im Hintergrund: die Kirche von Romeno

Dann haben wir im Keller von der unteren Familie bisserl gespielt und dann waren sowohl die Kinder, als auch ich geschafft. Das Problem bei Kindern ist, dass sie einfach überdreht, aggressiv und überempfindlich werden, anstatt einfach einzuschlafen.

Einige Kratzeinheiten später (again, nicht von mir) bin ich mit der Kleinsten, schlafend, in unserer Wohnung in Romeno gesessen, während der Vater den Rest der Familie holt.

Am Abend war ich dann noch eine Stunde mit allen 3 daheim. Vorgesehen war, dass ich nicht viel zu tun hab, während die Mutter den Vater schnell von wo abholt. Die Mädels haben im Bad gespielt, der Älteste ferngeschaut. Naja, Kinder sind unvorhersehbar und so wollte die Kleinste früher raus. Während ich sie im Handtuch eingewickelt vor den Fernseher gesteckt hab – das Handtuch war nach genau 2 Sekunden am Boden -, hab ich mich auf die Jagd nach ihrem Pyjama gemacht. Dann hab ich gleichzeitig die eine angezogen, ihre Haare geföhnt, während die andere tropfnass aus der Wanne getapst ist. Die Zweite abtrocknen, weiterföhnen, noch einen Pyjama suchen, die andere föhnen, der ersten ihre Memorykarten vom Kastl holen, bevor sie sich umbringt, weiterföhnen, von einem Kartonstapel erschlagen werden, der Älteren erklären, dass man Leute nicht mit Kartons ermordet wo Tiere draufgedruckt sind, wir sind ja schließlich selber keine, die erste fertig anziehen, aufs Klo gehen, „Sophie, Sophie, they are making a mess!“ hören,…

Und dann, sobald die Eltern da sind gschwind rausschlüpfen, dass man noch rechtzeitig die Eltern erwischt. Huch, dieser Alltag!

Ich wünsche allen einen schönen, entspannenden Ferragosto!!
Sophie

Tag 12: in tanto fretta

Meine liebsten Leute,
mit tanto fretta (viel Eile) schreib ich diesen Blogbeitrag. Wir sind grade von 2 Tagen im Nichts heimgekommen und ich muss meinen Weg noch schnell in eine Dusche und mein Bett finden.

Mir fehlt mein Zuhause und meine Sprache so sehr, dass ich jedes Mal das Gespräch mit deutschen Wanderern gesucht hab, die zufällig am Haus im Nichts vorbeigewandert sind! Ei Mamma Mia! Wie weit ist es mit mir gekommen?!

Gestern hab ich meiner Mittleren und der Tochter der Gastfamilie die Haare in Form eines Herzens geflochten. Es hat überraschend gut gehalten und allen super gefallen! Heute haben sie sogar noch Blumen mit reingeflochten bekommen.

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Mit meiner Mittleren, mit der ich noch immer wieder ein paar Schwierigkeiten wegen Kratzen und Schlagen hab (sie kratzt mich. Keine Sorge, Leute, meine Fingernägel bleiben bei mir, bis ich sie schneide und in den Mistkübel fallen lasse!!) hab ich heute Verstecken (nascondino) gespielt. Irgendwann hat sie sich auf die urige, selbstgemachte Holzschaukel gelegt und mir erklärt, sie sei ein Stein und ich könne sie nicht finden auf Grund dessen. Das ist natürlich logisch, hat mich aber nicht davon abgehalten einen gewissen Stein aufzusammeln und mit ihm gemeinsam zu schaukeln. Sie hat überraschend lange in ihrer Steinposition verharrt und es war für mich ein sehr süßer Bonding Moment.
Ich bin mir schon fast sicher, dass sie mich an meinem letzten Tag hier kein einziges Mal schlagen wird! 💪

Wir haben zum Mittagessen eine Wanderung zu einem Bergrestaurant gemacht, wo ich einen Apfelsaft g’spritzt getrunken hab und dann sehr mildes und süßes Sauerkraut mit Polenta und regionalem Käse (zum Glück kein Gorgonzola) gegessen hab. Hinter dem Restaurant hat es ein Pony, einen Esel und einen Maulesel gegeben, die die Mädels alle sofort in ihren Bann gezogen haben. Wie der Restaurantbesitzer sie dann raus ins Freie zum Grasen geführt hat, war meine Mittlere nicht mehr ganz so mutig und wollte unbedingt auf den Arm genommen werden. Ich hab das nur wortwörtlich gemacht. Sie hat unglaubliche Angst vor großen Tieren und ich hab als Bedingung, dass wir weggehen gestellt, dass sie das liebe Pony – der Maulesel war aggressiv – erst streicheln müsse. Das hat sie getan, also sind wir dann auch wieder gegangen. Ein kleiner Erfolg, den ich ihr in Zukunft in ängstlichen Situationen unter die Nase reiben werde. Der süße Duft des Erfolges…

Als wir dann gegangen sind, hat uns der Restaurantbesitzer auf seiner Ziehharmonika zwei Lieder gespielt, während mein Gastvater auf des Restaurants Krachstock geschlögelt hat. Hätte ich nicht diesen Husten, hätte ich ja mitgejodelt, aber…

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Naja, jetzt sind wir wieder in Romeno und ich bin vor meiner Dusche noch schne zur W-Lan Insel gehuscht.

Meine Füße stinken… Hands up ✋, wer die Referenz erkennt.

Ich wünsche geruchsfreie Träume,
Sophie

Tag 11: Der Strudel ist eine Lüge

Meine liebsten Leute,
heute haben wir einen kurzen kurzen (die italienische Grammatik hat die Überhand genommen, man verwendet 2 Adjektive hintereinander, um die Gravitas zu zeigen) Abstecher nach Trento in die Wohnung gemacht, um langes Gewand und noch ein Handtuch zu holen. Bis jetzt hab ich mich noch dagegen entschieden es zu werfen, auch wenn ich eine Woche voller Heimweh und neuer Situation ohne neue Freunde gehabt hab.

Dann sind wir etwa eine Stunde in irgendeine Richtung gefahren. Welche Richtung das ist, weiß ich leider nicht. Ich bin nur mitgefahren. Als wir dann in einem winzigen Dorf angekommen sind, dessen Supermarkt wochentags um 12 schließt. Dort hat dann ein Freund der Familie mit seinem Familyvan aka fahrendes Flugzeug gewartet, dessen Türen auf Knopfdruck schließen.

Oh, wäre dieses Flugzeug nur geflogen!

Stattdessen hat es uns etwa eine halbe Stunde, die sich wie ein halbes Jahr angefühlt hat, auf Steindlwegen, die für’s Wandern grad noch zugelassen sind, voll auf den Berg gebracht. Und meinen Puls auf die 🌴 Palme 🌴
Also, wenn ich eines aus diesem Erlebnis Au Pair mitnehme, dann ein Herz, so groß wie das eines Leistungssportlers!

Endlich sind wir in der Lichtung des Nichts angekommen! Hier steht nur diese kleine Hütte, die die Freunde aus alten Steinmauern total cool hergerichtet haben. Die Holzschalung nach innen ist etwa einen halben Meter dick, es is mega luxuriös für dieses kleine Ding und morgen bekommen sie sogar einen Kühlschrank.

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Am Nachmittag waren noch andere Freunde da. So auch ein gewisser Marco, ein älterer Mann, vielleicht der Opa? Keine Ahnung. Er studiert Literatur und versucht gerade zu rekonstruieren warum ein gewisses Buch im 18. Jahrhundert durch Europa herumgeschenkt wurde. Dafür wird er demnächst das Kulturhistorische Museum in Wien besuchen, wo er sich sicher ist, die Antwort zu finden.

Kleiner Fun Fact zwischen drin: Lo Strudel gibt es nur mit Apfel, hat es eine andere Frucht, ist es kein Strudel mehr. Dafür gibt es 3 verschiedene Arten einen Strudel zu machen. Gerollt, Teig drunter und Teig drauf und die letzte hab ich nicht ganz verstanden.

Die befreundete Familie hat drei Kinder: einen Stiegensteigen-wollenden Burschen (1), eine schüchterne Tochter (4) und eine männliche Leseratte (6 oder 7)

Mit der Tochter und meiner kleinen Mittleren war ich wilde Himbeeren pflücken und wir haben 2 schlafende Steintrolle gefunden. Ich hab ihnen beigebracht, dass Steintrolle, die auf einem Hang schlafen, nicht aufstehen, sondern sich erst den Hang runterrollen lassen. Außerdem haben sie Angst vor Menschen, weil sie so laut sind, aber in der Nacht haben sie selber Feste, die so laut sind wie Lawinen. Wir haben den Trollen Bockerl auf die Köpfe gelegt, weil das für Steintrolle so wie Blumen sind.

Zum Abendessen hat es dann selbstgemachte Pizza gegeben! Buonissima! Währenddessen haben uns die Mädels eine Ballettvorführung gegeben. Dinner and Show? Immer gerne!

Jetzt leg ich mich mit tanti insetti ins Bett. Während ich diesen Blogeintrag geschrieben hab, haben mich 3 Weberknechte zum Knappen gemacht (man bemerke mein Wortspiel), 2 Gelsen fast gestochen, 1 Spinne von oben überrascht und 1-4 Fliegen sind mir in Aug, Nase und Ohr geflogen. Vielleicht war es auch immer dieselbe, aber die kriegt wohl nicht genug von mir. Vielleicht nehm ich sie ja mit und zeig ihr die Welt…

Gute Nacht,
Sophie

Tag 10: Mein Papa sitzt im Spinnennetz

Meine liebsten Leute,
Heute bin ich besonders gesegnet. Ein Priestertumsträger der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, meiner Kirche, kommt heute am Abend aus Trento, um mir einen Krankensegen zu geben. Wer sich mit meiner Religion nicht so gut auskennt: bei uns kann ein männliches Mitglied ab 12 Jahren das Aaronische Priestertum tragen, was auch das vorbereitende Priestertum genannt wird. Es ist also eine Berufung vom himmlischen Vater, die auf das so genannte Melchisedekische Priestertum vorbereiten soll, das man ab 18 Jahren bekommen kann, wenn die Person dafür bereit ist.

Das Aaronische Priestertum hat in sich selbst auch mehrere Stufen, so kann man anfangs das Abendmahl an die Mitglieder austeilen, es segnen und dann sogar neue Mitglieder taufen.

Das Melchisedekische bietet noch mehr Möglichkeiten. So kann einer kranken Person, wie mir etwa grade, ein Segen gegen werden. Dieser besteht erst aus einem Tropfen geweihtem Öl auf den Kopf (Salbung) und dann dem eigentlichen Segen, in dem der Priestertumsträger durch den heiligen Geist Worte zur kranken Person spricht, die ihr bei der Genesung helfen. Oft heißt es „mach dir keine Sorgen, dein himmlischer Vater passt auf dich auf“ oder „du wirst durch deinen Glauben geheilt“. Aber jeder Segen ist anders, weil jede Krankheit ist anders und jede Situation und Person ist anders.

Solche Segen sind ein wahres Wunder Gottes. Sie sind die Art Segen, die Jesus gegeben hat, um Blinde wieder sehen zu lassen und ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, dass ich in einem fremden Land, auf einem fremden Berg, irgendwo in einem winzigen Kaff, die Möglichkeit hab, so einen Segen zu bekommen.

Ich bin dankbar, dass mein Papa sich als so eine große Spinne bewiesen hat, die in der Mitte vom weltweiten Mormonenspinnennetz an Connections zu anderen Gemeinden sitzt und weiß, welche Fäden man ziehen muss, um einen Helfer in ein Alpenkuhdorf zu seiner kranken Spinnentochter zu schicken.

Und ich weiß auch, dass der Vater im Himmel diesem Mann die richtigen Worte geben wird, die ich mit meinem langsamen Italienisch auch verstehen kann.

Liebe Grüße,
Sophie