Meine liebsten Leute,
heute hab ich eine sehr lange Dusche geduscht. Ich bin normal weder ein Langduscher, noch ein Warmduscher, aber heute hab ich eine Ausnahme machen müssen. Ich hab nämlich die ganzen Läuse aus meinen Haaren rauswaschen und rausbürsten müssen.
Jap, richtig gehört! Kaum verbring ich mal ein Monat täglich mit Kindern, hab ich schon Läuse. Meine Gastkinder haben jedoch keine, fragt sich also woher ich sie hab. Eine Antwort auf jenes Rätsel der Natur ist noch nicht gefunden, ein Schampoo gegen Läuse glücklicherweise schon.

Vielleicht waren die Milliarden kleinen Viecher, die sich an meiner nahrhaften Kopfhaut gelabt haben, für meine grummelige Laune heute verantwortlich. Ich war nicht sehr motiviert, aber solche Tage muss man auch mal haben!

Mein Gastvater hat heute um 8 wieder den Gabri in den Englischkurs gefahren und dann um 10 den Giulio in den Kindergarten begleitet. Also haben die Beatrice (und, bis er gegangen ist, auch der Giulio) und ich gezeichnet. Sie hat mir auf Deutsch angesagt welche Farbe und welches Körperteil/Kleidungsstück ich malen soll. Beispielsweise Leiberl gelb. Ja, ich bringe den Kindern österreichisches Deutsch bei 🙄
Sieht dann etwa so aus:

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Rechts: die Hexen, links: unser Deutsch Tagebuch. Worte, die sie gelernt haben werden reingezeichnet und sind jederzeit zum Nachschlagen bereit! Teilweise zeichnen auch die Kinder.

Der Gabriele hat mir übrigens vor ein paar Tagen Folgendes für meine Zimmertür gezeichnet:

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Ist das nicht niedlich? Diese ganzen Herzen... 🙄

Mittwochs ist auf der Piazza immer ein Markt, bestehend aus sage und schreibe zwei Ständen. Ein großer mit mega viel Gemüse und Obst, was alles ausgezeichneter Qualität ist und ein kleiner mit Brot. Die Stände stehen von 8-13 Uhr und um 11 hat der Brotstand nur mehr Kaisersemmeln (Tipp: Semmeln in Italien sind ein No Go für alle, die im Land des Gebäcks aufgewachsen sind).
Übrigens: Nachdem wir meinem Gastvater auf Italienisch von dem kärglichen Brotstand erzählt haben, hat er ganz von sich aus gesagt: Kaisersemmeln! Das Wort hab ich ihm beigebracht 🙄

Gerade wie die Bea und ich uns an die Pfirsiche machen wollten, hat uns die Monica überrascht. Auf ihrem Weg heim von der Arbeit hat sie uns gesehn. Mit ihr haben wir dann einen großen Gemüse- und Obsteinkauf getätigt und danach im Coop (Supermarkt) sogar noch ein Brot gekauft, das nicht so weiß, wie ein Bettleintuch war, sondern sogar Sonnenblumenkerne drin hat!!

Gegen Mittag haben die Wolken geweint, weshalb wir am Nachmittag nicht auf einen Spielplatz konnten. Sobald sich die Himmel wieder beruhigt haben, haben die beiden Kleinen, die Monica und ich einen Spaziergang gemacht. Am Weg haben wir meinem neuen Hobby, Feigenklauen, gefröhnt. Die Bea hat gerne geholfen.

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Ja, das Kind ist viel bräuner als ich, aber ich bin nicht so blass wie es wirkt!

Nachdem die Monica die Sonnenblumen einer alten Frau bewundert hat, hat diese uns gleich einen Strauß davon geschenkt, der jetzt am Küchentisch ruht.

Des Abends wieder zuhause angekommen hab ich den Juck nicht mehr ausgehalten und hab versucht mich mithilfe des Schampoos zu entlausen. Mitunter die schlimmsten Zeiten meiner Kindheit waren die belausten Zeiten! In mir tobt die Angst, dass ich nie lausfrei sein werde und es meine Kopfhaut fortan nur noch in juckender Form gibt.

Ich weiß, dass viele von euch sich mindestens 3x während dem Lesen des heutigen Eintrages aufgrund von Phantomläusen am Kopf gekratzt haben. Jetzt habt ihr wenigstens einen Bruchteil meines Leidens mit den echten Dingern erlebt 😛

Bussi,
Sophie

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