Meine liebsten Leute,
heute war mein letzter Sonntag, was bedeutet, dass ich mich von den meisten Leuten in der Kirche schon verabschieden hab müssen. Die Schwestern Miki und Monica (damit ist nicht meine Gastmutter gemeint ;)) haben mir einen wunderschönen grauen Schal als Abschiedsgeschenk gegeben. Es ist aus einem Geschäft namens Bianco aus der Stadt und am Schal dran war ein kleines Karterl vom Geschäft, wo drauf steht, dass der Schal was Besonderes ist, genauso wie der Träger und lauter so tolle Feel-Good Worte!

In der Sonntagsschulklasse haben wir über diverse Gebote und die damit verbundenen Segnungen gesprochen, weil jedes Gebot hat eine gewisse Segnung zur Folge. So bekomm ich zum Beispiel durch das Zahlen des Zehntens eine gewisse Stabilität mit dem Umgang von Geld. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war, dass mit der Heiligung des Sonntags durch in die Kirche gehen und im Großen und Ganzen Ausruhen und den Sorgen des Alltags eine Pause gönnen, Weltfrieden einhergeht. Ja, Weltfrieden. Wenn jeder sich diesen einen Tag in der Woche Zeit nehmen würde, sich seiner Segnungen bewusst zu werden und sich Zeit für Familie und Menschen, die er lieb hat nimmt, sind wir alle molto più tranquilli (viel gechillter).

Zum Mittagessen bin ich zu einem Pärchen eingeladen worden. Sie ist aus Appulien (Puglia, sprich Puulja), er aus Verona. Somit hat also er ein Risotto mit ein bissl Rotkraut (radicchio, sprich: Radikkio), was typisch für die Region Veneto ist, gemacht und zur Nachspeise (nach einer kleinen Quatsch- und Verdauungspause) hat es sizilianische Granita gegeben. Granita, die man hier so kaufen kann sind leicht gecrushte Eiswürfel mit Sirup, igitt. Diese Granita haben sie mit frischen Pfirsichen, Eiswürfeln und bissi Zucker gemacht und dann ordentlich püriert, sodass es fast ein Sorbet war. Die klassischste sizilianische Granita ist mit Mandeln statt mit Obst. Mandeln hab ich jedoch getrunken! Ein typisch appulischer Mandelsirup wurde mir aufgetischt. Hmmm che bontà! Was für eine Wohltat!

Dann wurden die Spielkarten ausgepackt! Erst hab ich ihnen MauMau beigebracht, dann haben wir Blödsinn gespielt, was man hierzulande Dubito (ich zweifle) nennt. Und schließlich haben wir uns noch eine Runde Kampf-UNO gegeben.

Wieder zuhause angekommen hab ich eine tolle Kürbissuppe gegessen, die man am Besten mit Bröseln von Amaretto-Keksen isst, aber wir haben die Kekse im Schrank vergessen.
Nach ein bissele Plaudern mit meinen Gasteltern bin ich heute ein bissele früher ins Bett, um 10 bin ich sogar schon mim Blog schreiben fertig! Obwohl, jetzt, wo ich drüber nachdenk, war ich für 5 Stunden Schlaf heut überraschend wach und gut gelaunt!!
Bin wohl doch nicht so eine Oma, wie bis jetzt geglaubt. Das bedeutet nicht, dass ich sobald ich zurück bin, total der Partytiger bin, der jedes Wochenende fortgeht, nur damit das klar ist, liebe Freunde! 😛

Na dann, gute Nacht, guten Morgen, Mahlzeit! Wann auch immer ihr das hier grade lest,
Sophie

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