Tag 5 und 6: Gruselkind

Liebe Leute,
Hausübungen sind ein Graus. Und jetzt in meiner immensen Weisheit, die ich in meinen 19 Jahren besitze, weiß ich, dass es schlimmer für die ist, die die Kinder dazu zwingen sie zu machen, als für die Kinder selber. 

Puh, das waren echt viele Beistriche.

Meine lieben, freundlichen Kiddies haben sich mit einem Wort, nämlich compiti (Hausübung), in kleine Monster verwandelt.

Nach der HÜ warn wir dann beim Spielplatz, wo sich die älteren beiden bissl gefetzt haben. Daraufhin wollte die Bea nicht mit uns heimgehn, also ist sie uns gefolgt wie so ein Kind aus dem Horrorfilm. Man kann am Foto bissl ihren rosa Schatten sehn.

Direkt aus dem Horrorfilm: Das stalkende Kind

Sie können so grantig sein…

Danach ham wir im Hof diverse Ballspiele gespielt und ich kann mit Stolz sagen, dass ich nur 10:12 beim Volleyball gegen die Bea verloren hab 💪

Sie spielt ein bisschen unfair, aber im Großen und Ganzen macht sie das ganz gut. (Das Volleyball spielen, nicht das Unfair spielen ;))

Tag 5 am Nachmittag wollten wir eigentlich mit einer andern Mama mit deren Kindern zum See fahren, aber beim See angekommen, hat es dann zum Regnen angefangen. Also sind wir kurzerhand ins MUSE gegangen, ein 4-stöckiges Museum für Kinder und Erwachsene.

Ich muss zugeben, dass ich beeindruckt vom Dschungelhaus war. Selbst als Wienerin, die das Dschungelhaus in Schönbrunn gewohnt ist. Natürlich war es hier mehr ein großer Dschungelraum, aber es waren doch echt tolle Pflänzchen drin! (Und mit Pflänzchen meine ich Pflanzen, deren Blätter doppelt so groß waren wie ich.)

In einem anderen Stock vom MUSE waren Erfindungen, die von Tieren inspiriert sind. So war da zum Beispiel ein Auto, dessen aerodynamische Form an einen bestimmten Fisch anlehnt oder ein Zug, dessen Spitze wie ein Vogelschnaben ausschaut.

Das kleine Trento kann mich als Großstädterin also doch beeindrucken! I am delighted!

Apropos Englisch, die Monica hat mich gefragt, ob ich mit den Kindern Englisch reden kann und es stellte sich heraus, dass ich das leider nicht ernsthaft kann. Immer wenn ich vom Italienisch ins Englische wechsel sprech ich so, als würde ich mich extrem über Leute, die Englisch nur mit starkem italienischen Akzent sprechen, lustig machen. Ich bemühe mich so sehr und es kommt jedes Mal ur lächerlich raus. Ups.

Vielleicht hilft es, wenn ich drüber schlafe.

Buona notte, ciao ciao,

Sophie

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Tag 4: Barfuß = Homeless

Liebste Leute,

heute gibt es für euch kleine Text-Fetzerl an lustigen Sachen, die die Kinder gesagt haben und Fotos:

Am Spielplatz haben wir Indianer gespielt, die ein Lagerfeuer zusammenstellen. Dafür haben wir verschiedenste Sachen gesammelt. Irgendwann sagt die Beatrice: 

Prendo una roba!“ („Ich hol ein Ding!“) und geht ums Eck.

Drauf dreht sich der Giulio auf der Ferse um und sagt: „Anch’io la devo prendere“ („Ich muss das Ding auch holen“)

Indianer beim Bohnensammeln..

Wieder zuhause hab ich der Alessia, der 6 jährigen Cousine, die im selben Haus wohnt, erzählt, dass ich gern barfuß geh und wen kenn, der seit ein paar Wochen auch in der Stadt barfuß geht. Drauf sie: „Ma in città non si può andare scalze. Tutti ti pensano una persona povera.“ („Aber in der Stadt kann man nicht barfuß gehn. Alle halten dich dann für eine arme Person.“)

Die Beatrice, ich und die Alessia, die nicht in der Stadt barfuß geht.

Direkt neben dem Schwimmbad ist das Spital, von wo aus der Helikopter alle 10 Minuten aufsteiSophia
ch einem Mittagessen bei den Großeltern im Stock drunter sind wir ins Schwimmbad in Trento gefahren, wo ich letztes Jahr mit meiner ersten Katastrophen-Gastfamilie schon amal war. Das bedeutet, ich hab mich viel umgeschaut, ob es vielleicht ein Gesicht gibt, dem ich ausweichen sollte.

Mein Badezeug hab ich in Linz vergessen, was bedeutet, dass ich einen Badeanzug im Baywatch-Schnitt von meiner Gastmama ausgeborgt hab, der eh schon bissl zu klein war. Noch dazu kommt, dass in allen Bädern in Trentino und Südtirol Badehaubenpflicht herrscht. Ich war also ziemlich gut verkleidet. Hätte mich jemand gesehen, hätten sie mich wahrscheinlich nicht erkannt. Noch nie war ich so glücklich, dass mich niemand hier kennt.

Wie man das so macht in Italien, haben wir auch Eis gegessen und ich kann meine zwei Sorten (offiziell Himbeersorbet und Schlagobers) nur als Himbeermarmelade-Zuckerschaum und Marshmallow beschreiben. 

Adesso sono tutta piena. (Jetzt bin ich bummvoll). Das Leben hier ist wortwörtlich keine leichte Kost. Obwohl, wenn ich so überleg, im Vergleich zur traditionell österreichischen Küche vielleicht schon.

Das war’s wieder von mir,

buona notte,

Sophia

Tag 2 und 3: Raus aus dem Haus

Liebste Leute,

am Tag 2 back in Italia war ich alleine in Italia. Die Familie ist nämlich um 9 zu einem Mittagessen von einem Arbeitsessen eingeladen gewesen. Und ich hab also sturmfrei gehabt.

Also hab ich Wäsche gewaschen, bin runter zum Eissalon spaziert, hab dann keine Lust auf Eis gehabt, bin dann wieder den Berg rauf gegangen und hab mir den Hund geschnappt, weil Spazieren mit Hund irgendwie lustiger ist. 

Letztes Jahr war der Hund noch ganz jung und relativ unerzogen. Ehrfürchtig hab ich den Oliver dann aber von der Leine gelassen, in der Hoffnung, dass er irgendwann wieder zurückkommt.

Der Beweis, dass man sich ändern kann. Der  Oliver war super brav und hat immer gewartet, wenn er mich nimmer gesehn hat.

– Ich verspüre den großen Drang jeden zweiten Satz mit  allora zu beginnen 🙈 fun fact: meine italienische Großtante, die schon so lang in Ö lebt, dass sie schon Österreicherin ist, sagt als deutsches Pendant dazu: mit einem Wort

Also mit einem Wort, der Polster war nicht so bequem wie erwartet. Mein Polstergeschmack hat sich in dem Jahr wohl geändert.

Heut waren wir in den Dolomiten wandern. Die Kinder haben am Anfang und am Ende gemault. Der Gabri ist heute um 5 aufgestanden um mit seinem Opa angeln zu gehn und ist direkt nachher mit uns wandern gewesen. Hartes kleines Kerlchen.

Ich bin auf jeden Fall totmüde, aber hey, ich war zwei mal in 1 1/2 Wochen wandern. Als nicht-wirklich-wandern-Fan bin ich ganz schön stolz auf meine Wiener Becken Beine 😉


Gute Nacht a tutti!

Sophie, oder wie man mich in diesen Gefilden auch nennt: Sofy

Tag 1: Selten so beknutscht worden

Liebste Leute,

Le Sophie ist wieder dort wo sie hingehört. Zumindest für eine Woche. 

Ich bin wieder zurück in Italien bei meiner zweiten Familie, bei der ich letztes Jahr zwei Monate als Au Pair verbringen durfte.

Am Bahnhof bin ich empfangen worden von meiner Gastmama Monica und meinen jüngeren zwei Rabauken Beatrice (7) und Giulio. Leicht unsicher hat sich die Bea an meine Seite geheftet als würd ich gleich wieder verschwinden und der Giulio, der jetzt schon 4 ist, hat mich mit seinen neust erworbenen Redekünsten überschwemmt.

Koffer ins Auto und dann ging’s zum Spielplatz, wo der Gabriele (9) sich nicht nah an mich getraut hat. Wie die Monica gesagt hat, sie muss noch schnell Milch holen und ob ich mit den Kindern beim Spielplatz bleiben möchte, ist mir der Gabri ohne viel Hallo gleich mit ihr mitgeflüchtet. Erst gegen Abend ist er bissl aufgetaut und hat mir ein Gute Nacht Bussi gegeben.

Die Bea is ein Snapchat Fan

Also nur mit meinen zwei Kleinen und ein paar anderen Kindern, die dort waren hab ich Fangen auf Deutsch gespielt und mich bei einem der Drehkarussell mit zwei Kindern am Schoß drehen lassen bis mir schlecht war, während ich abwechselnd „zu schneeeeell“ und „troppo veloooce“ geschrien hab.

Ganz bald danach sind wir dann alle rauf zum Haus gefahren, wo mich ein paar neue Teppiche und ein umgestelltes Wohnzimmer begrüßt haben, sowie Rosita, die Katze und Oliver, der Hund. Ich hab große Hoffnungen, dass der Oliver diesmal nicht bellen wird was das Zeug hält, wenn ich in der Nacht was zum Trinken hol.

Ich hab gespielt, Bücher auf Italienisch, Englisch und Improvisations-Übersetzungs-Deutsch vorgelesen und der Bea gezeigt, wie man ihre neue fixe Zahnspange putzt (hat sie heute bekommen!!).

Bea und Giulio haben mich umarmt, sich auf mich draufgeworfen, sich von mir tragen lassen, mich voll (man könnte schon fast sagen „ur“)  abgebusselt.

Frisch geduscht und gesäubert von jeder Sabber bin ich jetzt im Bett und genieß den besten Polster der Welt.

Gute Nacht Welt,

Sophie