Liebste Leute,

ich bin ein sehr großer Freund von Überraschungen. So groß, ich reiche schon fast an die Decke mit meiner Liebe für Überraschungen. Und immer wieder freut es mich, wenn ich mich selbst überraschen kann. Ja, das ist möglich.

Seit dem Sommer des Jahres 2013 habe ich eine Tradition mit der ich mich regelmäßig überrasche. Und ich bin jedes Mal ehrlich überrascht.

In jenem Sommer habe ich einen Brief an mich selbst geschrieben. Zu dem Zeitpunkt war ich in Deutschland auf einer Jungendtagung (Jugendcamp von meiner Kirche nur ohne Campen) und es war spät am Abend. In diesem Brief hab ich einerseits ein paar Wünsche an mich selber geschrieben, andererseits steht da ziemlich viel Blödsinn drin, weil ich schon sehr müde war, was wiederum aber unheimlich amüsant zu lesen ist.

Diesen Brief hab ich ein halbes Jahr später in meinem Zimmer gefunden und entschlossen, ihn mit einem neuen Brief an mich selbst in ein Kuvert zu stecken. Dieses Kuvert hab ich mit meinem Namen versehen und versteckt.

Alle paar Monate stoße ich wieder auf dieses Kuvert und fast jedes Mal steck ich einen neuen Brief dazu, wo ich meine derzeitige Lebenssituation beschreibe, ein paar Ratschläge an mich selbst schreibe und immer ein paar aufmunternde Worte für mich finde.

Mein absolutes Lieblingswort ist das Wort „Ente“. Ich weiß nicht wieso, aber mir gefällt es einfach. Im Jahre 2014 hab ich mich in einem Brief als „scharfe Ente“ bezeichnet. Jedes Mal, wenn ich das les, muss ich von neu über mich selbst lachen. Seitdem habe ich es mir zum Ziel gemacht, immer eine gute Portion Humor in meine Briefe zu packen und mich selbst zum Lachen zu bringen. Mit Erfolg!

Ich schreibe mich selber nie mit ‚ich‘ an. Manchmal schreib ich ‚du‘ , aber am Liebsten habe ich das ‚wir‘. Die Sophie der Gegenwart, die den Brief schreibt, die Sophie der Zukunft, die den Brief lesen wird und dann, wenn ich als lesende Sophie zur Sophie der Gegenwart werde, dann auch noch die Sophie der Vergangenheit, die den Brief geschrieben hat, all diese Sophies gemeinsam berichten über ihr Leben.

Das sind mir die liebsten Überraschungen. Welche die von Herzen kommen und mich zum Lachen bringen.

Was ich damit sagen will ist, dass man sich selber gern eine Freude machen darf und, dass es mir – nein –  uns, die liebste Methode ist Tagebuch zu führen. Jedes halbe Jahr reicht.

Sophie

Advertisements