Going to the USA

Er ist weg. Mein Freund ist gestern im Dienste unserer Kirche weggeflogen. Er wird 9 Wochen in einer Missionarsschule in den USA verbringen, wo er Russisch und nochmal die Basics unseres Glaubens lernt. Dann fliegt er nach Russland, wo er die nächsten 22 Monate als ehrenamtlicher Mitarbeiter für die Leute dort da sein, die Gemeinden stärken und diverse Hilfsprojekte machen wird.

Und jetzt bin ich allein. Wenn ich in den letzten Monaten Leuten davon erzählt hab, haben sie mich oft mit den Worten getröstet: Es gibt ja immer noch Skype und ihr könnt einander immer schreiben.

Well, not exactly.

Nachdem es sich hier um ein, sagen wir, humanitäres Projekt handelt, werden wir uns so auf die Arbeit dort konzentrieren, dass unser Kontakt und ebenso der Kontakt zu Freunden und Familie sich auf Emails an einem Tag der Woche limitieren wird.

Oh, hab ich gesagt, wir konzentrieren uns so sehr auf die Arbeit? Yes, I did! In weniger als 4 Wochen werde ich nämlich ebenso in die Welt ausziehen. Ich werde in 4 Wochen für 4 Wochen in dieselbe Missionarsschule in den USA gehen wie er. Ich gehe kürzer, da ich die Sprache meines Missionslandes schon kann. Mich verschlägt es nämlich danach nach Washington DC. Hauptstadt. Stadt Hipstére. Stadt mit einer erschreckend hohen Mordrate, wurde mir gesagt.

In Washington DC – ja das „DC“ ist tatsächlich notwendig, denn der Unterschied zwischen Washington (State) und Washington DC ist ein halber Kontinent – steht ein Tempel meiner Kirche. Wir unterscheiden zwischen Gemeinden und Tempeln. In Gemeinden gehen wir jeden Sonntag, hören Ansprachen, geben Klassen und nehmen vom Abendmahl. Hier findet auch der occasional Tanzabend statt. Tempel gibt es nicht so oft. Für uns sind das geheiligte Gebäude in denen wir Heilige Handlungen vollziehen. Wer mehr darüber wissen möchte, einfach mich fragen, dazu bin ich schließlich die nächsten 18 Monate da und es is eins meiner Lieblingsthemen.

Bei diesem Tempel gibt es ein Besucherzentrum, wo jeder gratis rein kann und eine Führung bekommen kann. Bei dieser Führung erfährt man über die Entstehung der Kirche, die durch Engel und Propheten stattgefunden hat, man erfährt was wir Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage glauben und hoffen. Kleiner Spoiler: wir glauben, dass es sich hierbei um die Kirche von Jesus Christus handelt, wie er sie haben möchte und selbst aufgebaut hat. Außerdem glauben wir, dass der Vater im Himmel uns glücklich sehen will und das Erdenleben dazu da ist, dass wir lernen und die beste Version unserer Selbst werden und, dass wir für einander da sind, damit wir schlussendlich alle gemeinsam wieder im Himmel sein können.

Und genau in diesem Besucherzentrum werde ich genau solche Sachen den Leuten, die reinkommen, erzählen. Teilzeit. Die andere Hälfte der Zeit werde ich classic Missionieren gehen: Leute auf der Straße ansprechen, Dienstprojekte machen, Leute, die sich interessieren besuchen und belehren, sowas.

Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich kein Problem damit habe, Fremde anzusprechen oder über meinen Glauben zu reden. Außerdem rede ich viel und gerne. Da bin ich richtig froh in diese Mission berufen worden zu sein. Die Jackpot-Frage ist, ob ich mich nach den 18 Monaten endlich ausgeredet hab oder ob ich mich dann nur noch mehr an viel reden gewöhne. Trotzdem hab ich großen Respekt vor der Aufgabe, die mir bevor steht. Ich bin aufgewachsen mit dem Bild, dass Missionare die Leute sind, die sich auskennen. Die wissen Bescheid. Und jetzt wo ich vor diesem Punkt stehe, weiß ich sehr viel, aber es gibt unendlich viel zu lernen und zu wissen!

Was ich aber weiß ist, dass ich Glauben habe. Ich glaube an einem Vater im Himmel, der uns lieb hat. So lieb, dass er einen Plan erstellt hat, dass jeder von uns glücklich sein kann. Ich glaube, dass meine Kirche diesen Plan lehrt und dass er auf Nächstenliebe und Gemeinschaft gründet. Ich glaube, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und dass es ein gutes Leben sein wird.

Ich weiß auch, dass Hoffnung auf einen Gott stärker ist als zu wissen, dass es ihn gibt. Hoffnung bewegt uns dazu etwas zu tun, dafür zu arbeiten gut zu sein. Hoffnung und Glauben gehen Hand in Hand und können Berge versetzen. Wer also keinen Glauben hat, den ermutige ich zu hoffen.

Lieber Leser, Gott hat Dich lieb. Ich hab Dich lieb. Hab einen angenehmen Tag,

Sophie

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Die Jagd auf den Fahrschein

Liebe Leute,

ich bin als Student sehr verwöhnt. Zweimal im Jahr kauf ich mir ein Semesterticket und in den Sommermonaten kaufe ich zwei Ferientickets. Ende. Mehr Fahrschein brauche ich im Jahr nicht.

Die letzten drei Tage waren jedoch untermalt von ständigem Ausschauhalten nach Fahrscheinautomaten. Die letzten drei Tage durfte ich nämlich mit meinem Lieblingsmenschen die Weltmetropole Prag erkundschaften. Und dort hab ich weder ein Semester- noch ein Ferienticket. Und Fahrscheinautomaten sind rar und sporadisch in der Stadt verteilt.

Moderne „Weltmetropole Prag“ klingt fast übertrieben. Die Gebäude hinterlassen nämlich einen gänzlich anderen Eindruck. Monumente und Kirchen halten sich in eindeutigem spätgotischen Stil. Ebenso eindeutig zeichnen sich viele Hotels, Kirchen und Wohnhäuser als Jugendstil ab – so eindeutig, dass selbst ich als Laie das erkannt hab… Obwohl ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich Gebäude einfach immer mit der Wiener Votivkirche für das Stichwort Gotik und mit der Secession am Karlsplatz für den Jugendstil vergleiche. Was soll ich sagen, Wien bildet!

Im Zentrum Prags sieht man diese antiken Seiten aber oft nur, wenn man weiter nach oben schaut. Im Erdgeschoss – oder besser gesagt: auf Touristenhöhe – findet sich eine Touristenfalle nach der anderen. Nach viel Recherche, die im Wahrheit zu hundert Prozent auf empirischer Beobachtung basiert, konnten wir die typischsten Betriebe ermitteln – vielleicht so typisch, dass sie inzwischen schon als authentische Prager Geschäftslokale zählen. In einem Radius von sieben Häuserblöcken, mit der höchsten Dichte um die berühmte Karlsbrücke herum, wobei das östliche Gestade der grandiosgrünen Moldau eine stärker ausgeprägte Touristenkultur aufweist als das westliche Ufer, finden sich alle zwölf Schritte ein Trdelnik Verkäufer, alle dreimal Umfallen ein Absinth Mini Market (Untertitel: Alcohol – Cannabis – Cigarettes) und pro Häuserblock ein Thai Massage Etablissement inklusive roter Vorhänge im Hintergrund für „Privatmassagen“.

Doch abseits der ärgsten Touristenstraßen ist Prag eine bezaubernde Stadt. Das Auge kann sich kaum satt sehen an den edlen Häusern in rosa, blau und grün oder gar an den Kirchen im Jugendstil mit deren goldenem Schnickschnack. Auf dem Vyscheradfelsen ist ein unvergleichliches Burgareal inklusive eindrucksvoller Statuen und Parks. Für die müden Spaziergänger gibt es zahlreiche Bänke und viel Grün. Meine Uroma sagt immer: Grün ist gesund fürs Auge. Das kann ich nach einem Vormittag dort bestätigen.

Und spätestens jetzt klingt dieser Blogpost wie eine Reisebroschüre! Prag ist halt nicht umsonst eine so gut besuchte Stadt.

Was ich jedenfalls aus diesem 3 Tagestrip mitgenommen habe ist, dass es nicht wirklich wichtig ist wohin man fährt. Wichtig ist mit wem man fährt, weil dann sieht man an jeder Stadt die allerschönste Seite.

Und ich bin unbeschreiblich dankbar für meinen Travelcompanion, der genauso begeistert von hübschen, alten Häusern ist wie ich. Der dieselbe Vorstellung von Städtetrip hat wie ich, nämlich ziellos durch die Stadt zu wandern und den Charakter der Stadt kennenzulernen, auch wenn er um einige km/h schneller geht als ich. Ein Muskelkater vom Schnellgehen ist für mich auch eine neue Erfahrung! Es ist immer gut zu spüren, dass man was gemacht hat.

Wie viele wissen, werde ich sehr bald eine weitere Reise antreten. Diese wird nicht nur 3 Tage sein und sie wird auch nicht mit meinem Freund sein. Trotzdem freu ich mich drauf. Ich freu mich auf ein neues Land, eine neue Stadt und darauf meine künftigen Reisepartner, Mitbewohner und Kollegen kennen zu lernen. Auch wenn diese ein anderes Schrittempo haben, ich freu mich drauf von ihnen zu lernen und mit Fremden ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Ein Muskelkater hat noch niemandem geschadet.

Sophie

Die Invasion

Liebster Leser,

bei dem folgenden Text handelt es sich praktisch um eine Antiquität. Vor Jahren schrieb eine junge Sophie diese Zeilen um gesammelten Dampf rauszulassen. Doch nein, nicht Zynik oder gar Hass waren die Auslöser zur Dichtung der folgenden Lyrik. Oh nein, keineswegs. Wenn dann bloß ein kleines bisschen Ekel und ein großes bisschen Unverständnis. Zu Freuden kann ich sagen, dass sich meine Einstellung seither geändert hat. Drastisch.

Doch nun wünsche ich gute Unterhaltung.

Die Invasion

Sie sind überall. Sie sind in den Parks, in den Einkaufszentren, in den U-Bahnen. Sie haben sich bereits in meine verschiedenen Freundeskreise eingeschlichen. Es gibt kein Entkommen.

Überall lauern sie einem auf. Ihre Augen sind verschleiert, Murmeln ähnelnd. Ihr Grinser gibt Auskunft darüber, dass sie bereits in einer anderen Welt verweilen. Sie greifen immer in Pärchen an, verbunden wie siamesische Zwillinge an ihren Händen. Wo auch immer sie hingehen, hinterlassen sie eine rosarote Giftwolke.

– Die Frischverliebten –

Wenn sie noch nicht in Pärchen umherwandeln, ihre Herzen aber schon infiziert sind und ihre Bäuche aufgrund der Schmetterlinge schon leicht angeschwollen sind, dann gehen sie sicher, dass jedes Mal, wenn man sich mit ihnen trifft, das Thema irgendwie immer auf ihre Seuche fällt.
„Ich bin bereit,“ murmeln sie mir zu.
„Ach, wie schön wäre so eine Beziehung,“ seufzen sie.

Sie halten Ausschau und wenn eine Person mit dem Gegenstück zu ihren Leiden kommt, dann schnappen beide zu wie eine Schlange, ihre Zähne tief in den Anderen vergraben. Doch meistens ist es für die Umstehenden genauso unverständlich und verstörend wie zwei Schlangen, die einander gegenseitig gleichzeitig beißen.

Und wenn niemand Passender kommt, dann verkriechen sie sich in Höhlen. Sie rollen sich zusammen um dem Schmerz in ihrer Mitte zu entgehen.

Währenddessen kämpfe ich mich durch die Welt, versuche ihnen so gut wie möglich auszuweichen. Bemühe mich eine gute Freundin zu sein. Verständnis zu zeigen. Ich weiß, es gibt nur zwei Wege zur Heilung und keinen davon kann ich hervorzwingen.

Weg 1: Zwei Menschen werden zu einer Einheit und langsam verdauen sie gemeinsam die ersten paar Monate das Gift, bis sie ihrem alten Selbst wieder ähneln. Nur halt ab dann: immer im Doppelpack.

Weg 2: Ihr Herz verfärbt sich schwarz. Es zerfällt und wie ein Phönix, ersteht es aus der Asche wieder. Unter großen Schmerzen müssen sie sich ein neues, rotes Herz aufbauen, das stark genug ist alleine zu stehen.

An dieser Stelle gäbe es noch den Weg 2 1/2 als Zwischenstufe, bevor das Phönixherz wieder rot ist. Bei dieser Option – und ich empfehle sie wirklich nur temporär – besitzt das Herz eine leicht grünliche Farbe und der jeweilige Besitzer ist wütend auf die Liebe und alles was dazu gehört (sprich: Menschen sowie ausgewählte sensible Themen).

Alles was ich beitragen kann zur Heilung ist Geduld. Gegen Sommer sollte sich die rosa Wolke wieder verzogen haben.

Schweinehunde und wie man sie einfängt 

Liebste Leute,

wer hat schonmal gehört, dass sein Denken umgestellt gehört?

„Nein, du siehst das falsch!“

„Sieh’s so!“

Situationsbedingt hört man sowas nicht unbedingt gerne, aber ich habe gerade eine kleine Inspiration zum Spurwechsel meiner Gedanken bekommen und, lieber Leser, du bist jetzt mein Freiwilliger aus dem Publikum, der mit mir Spuren wechseln darf. Schulterblick und Blinker setzen nicht vergessen.

Diesen Herbst hatte ich einige Bewerbungsgespräche. Ich war bei einem Start Up zu einer quetschbaren Wasserflasche aus Titan, bei einer Sprachschule, einem Finanzberater, einem Schuhverkäufer und anderen, alle mehr oder weniger im professionellen Umfeld. Und ich, natürlich, war mehr oder weniger professionell gekleidet. 

Ich bin berühmt berüchtigt für einen lockeren, farbenfrohen Stil. Tatsächlich wurde ich diesen Sommer von einer Freundin gefragt was denn meine Lieblingsfarbe wäre. Als ich kurzerhand mit „schwarz“ antwortete –  nicht lange überlegt, sondern eher aus dem Bauche heraus – war selbst sie, die mich kennen gelernt hat, als ich mir sicher war, dass ein dünner, rosa Schal mit aufgeklebten Strasssteinchen zu einem weißen Leiberl und einem bodenlangen Jeansrock eine gute Idee wären, ja, selbst sie war überrascht. (Mit Verlaub, der Jeansrock-Incident ist glücklicherweise schon seine Zeit her. ) 

Tja und so jemand wie ich geht zu Interviews in angesehenen Firmen, die ein hohes Maß an Professionalität erfordern. 

„Kann ich überhaupt seriös erscheinen? Sollte ich den Job bekommen, kann ich dann langfristig seriös sein?“ fragte ich mich. 

Doch dann, in der U-Bahn, kam mir der Spurenwechsel. Der Gedanken natürlich. Ich und meine Spuren sind nicht verantwortlich für die Störung der U3 letztens. 

Neue Spur: Ein neues Arbeitsumfeld ist wie das italienische Wort „accalappiacani„. 

Ja, das ist ein echtes Wort. Sag es am besten drei Mal schnell hintereinander. Es ist harmlos, keine Sorge. Die Bedeutung: Hundefänger. Der ein oder andere findet ganz am Ende eine Version des Wortes cane, Hund. 

Als mir das Wort zum ersten Mal untergekommen ist, hab ich es nicht wahrnehmen können. Wenn es jemand in einem Satz verwendet hat, hab ich es nicht als Substantiv wahrgenommen. Es hätte sich genau so gut um ein Verb im Dialekt handeln können. Wer weiß? Ich jedenfalls damals nicht. 

Später konnte ich das Wort, wenn ich es schriftlich vor mir hatte, vorlesen. Langsam. 

Und heute ist es ein ganz natürlicher Teil meines Wortschatzes. Drei Mal schnell hintereinander? (fast) Kein Problem! 

So verhält es sich mit allen neuen Dingen. Mögen wir der Aufgabe anfangs mit Respekt gegenüber stehen, wird es durch wiederholte Auseinandersetzung damit bald ein ganz normaler Teil unseres Lebens. 

Selbst wenn es mir persönlich nicht immer gefällt etwas nicht zu können, der einzige Ausweg ist Übung. 

Tja, und das war ein weiteres Kapitel aus Sophies „Linguistische Parabeln für den Alltag“

Bis zum nächsten Mal

Sophie 

Vorsätze 

Liebes Leut, 

diese Woche wurde ich von einem lieben Freund gefragt, was denn nun mit meinem Blog sei. Das neue Jahr wäre doch der perfekte Anlass meinen Lesern zu erklären, dass sie keine guten Vorsätze brauchen, dass sie jeden Tag neu starten können. Be your own hero! Yay! 

Zugegebenermaßen hab ich in den letzten Monaten oft angefangen einen Post zu konzipieren, nur um ihn dann doch zu verwerfen. 

Gedanken wie

Nein, das will doch niemand lesen. “ 

und

„Das passt nicht zu meinen Lesern. “ 

geistern durch meinen Kopf. 

Bin ich nun so tief gesunken, dass mich Zweifel plagen? Über meinen eigenen Blog? 

Nein. Ich bin nur sehr stolz auf ichgehamal. Ich will ausschließlich Posts von Qualität hier stehen haben!

Dabei geh ich nicht amal mehr (Stichwort ichgehamal).  Ich bin längst wieder hier. Daheim in Wien. 

Was ist die Richtung, das Ziel dieses Blogs, wenn ich doch wieder zuhause angekommen bin? 

Das kommende Jahr bringt für mich neue, einzigartige Veränderungen und Erlebnisse. Ichgehamal könnte zu ichgehamalerwachsenwerden mutieren. Wir waren schließlich schon mal bei ichgehamalmichselberfinden. 

Ja, wir. Dieser Blog gehört genauso den Lesern, wie er mir gehört. 

Und deshalb, lieber Leser, lass uns ichgehamal zu WIRgehnamal machen.  Mach den ersten Schritt des Jahren mit mir. Wir setzen uns gemeinsam Vorsätze. 

Vorsatz #1 

herausfinden in welchem Kontext man das Wort „Vorsatz“ verwendet außer im Zusammenhang „gute Vorsätze“ ✔️erledigt (siehe ganz unten) 

Lieber Leser, wo begegnest du diesem Wort? 

Vorsatz #2 

weniger Fleisch essen – oh Moment.. Ich esse gar kein Fleisch… ✔️erledigt

Vorsatz #3 

aufhören Vorsätze wie die Obigen zu fälschen, nur um am 1. Jänner sagen zu können: alles abgehakt, bin schon fertig für dieses Jahr

Vorsatz #4 

mehr schreiben

Ich persönlich will nicht nur mehr bloggen  (sollte man sowas seinen Lesern verraten oder klingt man dann wie ein mieser Brieffreund mit  schlechtem Gewissen?), sondern auch mehr Liebesbriefe an meine liebsten Leute schreiben.

Was willst du mehr machen? 

Vorsatz #5

eine neue Fähigkeit erlernen

Als Au Pair hab ich mir damals Stricken beigebracht. Letztes Jahr hab ich gelernt einen rückwärtigen Purzelbaum über einen Handstand zu ziehen. 

Was ist etwas, das du, liebster Leser, schon immer können wolltest? 

Vorsatz #6

mehr um Hilfe fragen

Meine Mama hat mal gesagt, eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn jeder andere Interessen hat. Jeder hat ein Talent, eine Passion, das/die er weitergeben kann. Gemeinsam sind wir stark. Ich gebe motivierende PepTalks, ein paar Tricks zum Malen und Zeichnen hab ich auch auf Lager und ich kann immer eine gute Netflix Serie empfehlen. 

Was kannst du? Was kannst du mir beibringen?

Mit diesen sechs Vorsätzen möchte ich dich, lieber Leser, in das neue Jahr entlassen. Schreib mir die Antworten auf meine Fragen hier, auf Facebook oder WhatsApp.  Ich hoffe 2017 war DEIN Jahr und 2018 wird vielversprechend! 

Bleib wie du bist, aber werd stetig besser. 😉

Sophie 
Ps: die leere erste Seite eines Buches heißt auch Vorsatz. 

Von dem Mord an der guten Konversation

Liebster Leser,

hast du je ein Gespräch absolut getötet?

Letztens konntest du einfach kein gutes Thema finden, weil du deinen Kommunikationspartner nicht so gut gekannt hast?

Ach nein, von sowas red’ ich gar nicht.

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Imagine this, lieber Leser. Du sitzt in einem lebhaft geschmückten Raum. Ein wohliges Feuer im Kamin, schwere Vorhänge vor den Fenstern, ein Tisch, um den zwei einladende Sessel thronen. Du in dem einen Sessel, ich in dem anderen. Das Gespräch zwischen uns, es läuft nicht nur, es fließt dahin, es rollt stolperfrei von einem Thema zum Nächsten.

Warum spielen Leute Lotto, wenn sie beim USB Stick bei einer Wahrscheinlichkeit von 1:2 immer versagen”, fragst du.
Von der Wahrscheinlichkeit her gibt’s halt mehr Möglichkeit zu gewinnen”, gebe ich grinsend zurück. Du lachst über meine optimistischen Mathematikfähigkeiten. Ich nehm’s dir nicht übel.

Wir sitzen schon beide an den Kanten unserer Sessel, komplett vertieft in das Gespräch. Meine Wangen und mein Bauch krampfen vor Lachen. Muss ich erwähnen, dass wir uns in diesem Szenario herrlich verstehen?

Wir reden über Flüchtlinge, Gendern, Erziehung. Unsere teilweise komplett unterschiedlichen Meinungen geben uns reichlich Gesprächsstoff.

Du bekommst Hunger und holst deine Snack-Knabbernossi aus der Tasche. Genau von der Marke, die in der Volksschule der Renner war. Ich schmunzle. Du bietest mir eins an.

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Ich sag, ich esse kein Fleisch. Du fragst spaßeshalber wie ich überlebe.

Und plötzlich ist es still. Als hätte die bis dato unbemerkte Musik aufgehört zu spielen. An meiner linken Schläfe pulsiert sichtbar eine Ader.

Ganz.” zischt es durch meine Zähne, “Einfach.”

Oh, ein emotionales Thema also. Alsdann, denkst du, lasset die Fetzen fliegen!

Ich könnte mir nicht vorstellen ohne Fleisch zu leben”, behauptest du.

Du musst ja nicht ohne Leben, denke ich, aber ich hab noch nie die Kampf-Vegetarier-Karte gespielt, also probier ich das mal aus.

Weißt du wie viel mehr Ressourcen die Fleischproduktion verbraucht im Gegensatz zu dem Essen, das ein Vegetarier verzehrt?”  Ich persönlich weiß das auch nicht so genau.

Aber der Mensch braucht Fleisch zum Überleben. Das ist wissenschaftlich bewiesen.“

Fleischfresser sind alle solche sozialgesellschaftlichen Diktatoren!” Ich, als Sprachstudentin, räume mir das Recht ein große Worte freizügig zu verwenden, um mein Argument aufzublasen. Außerdem hab ich gehört, dass absurde Vergleiche mit autoritären Systemen das Gegenüber dazu bringt die andere Meinung ohne Vorurteile zu betrachten. (Achtung Sarkasmus)

Dein Stolz ist verletzt. Mein Stolz ist verletzt.  Jetzt geht es nicht mehr um das Thema selbst, nur noch ums Gewinnen.

Du weißt ja nicht mal mehr was gutes Essen ist!“ zischst du.

Wir werfen uns eine Absurdität nach er anderen an den Kopf. Der Raum pulsiert in rotem Licht. Blitze tanzen auf den Möbeln, hinterlassen schwarze Risse. Wir stehen, schreien, streiten. Niemand hört mehr zu. Wir hören uns ja nicht mal mehr selbst zu. Und obwohl wir Worte in verschiedenen Lautstärken verwenden, ist unser Gespräch tot. Keiner gibt nach, keiner kommt vorwärts. Es ist zwecklos. Tot. Eine tote Konversation. 

Wie mag das Duell nur enden, fragst du nun?

 

Tja, das ist dir überlassen. Und mir.

Am Einfachsten wäre es, wenn ich ruhig frage, ob du jetzt auch plötzlich Lust auf Pizza hast. Die kann man nämlich teilen und sowohl mit als auch ohne Fleisch belegen.

Oder wenn du tief einatmest und mich ohne zu lachen fragst: „Warum spielt bei Schinkenfleckerl alleweil das Fleisch Versteckerl?

Darauf antworte ich: „Warum heißt ein Negerkuss Negerkuss?“ 

Wir zeigen beide ein bisschen Humor und ein großer Streit ist leicht gegessen. (Pun intended)
Heutzutage, in der Ära der Facebook- und Instagram Diskussionen, ist es besonders wichtig sich der toten Konversation  bewusst zu sein. Da es um Einiges länger dauert ein Kommentar zu verfassen als einen Satz lautsprachlich auszudrücken, gehen mit toter Konversation Unsummen an Zeit verloren. Sollte die Diskussion wie die Obige rein aus Jux starten und die Kommunikationspartner haben ihren Spaß am Streiten – ich habe gehört, solche Leute nennt man Anwälte -, dann ist das schon gut in Ordnung. Jeder braucht ein Hobby. 

Falls aber wenigstens einer wirklich  gekränkt aus dem Gespräch hinausgeht und keiner von beiden den eigenen  Standpunkt auch nur ein bisschen geändert hat, so war es tatsächlich Zeitverschwendung. 

Diskutieren ist eine Kunst. Aber was für manche ein wertgeschätztes Jackson Pollock Gemälde ist, sind für andere nur Farbklekse. 

Liebster Leser, ein Ratschlag, den ich nach besten Mitteln versuche selbst zu befolgen: Sei ein guter Diskussionspartner. Die Basis für jeden menschlichen Kontakt ist Respekt. Und den hat jeder grundsätzlich verdient.

Hab eine schöne Woche, Mahlzeit,

Sophie

Mitternachtstext

Liebste Leute,

durch Wien verläuft ein Fluss. Dieser Fluss, genannt Donau, floss in früheren Zeiten so kraftvoll, so wild, dass es des Öfteren zu Überschwemmungen der Stadt kam. Um diese zu verhindern wurde in den 80er Jahren künstlich eine Insel aufgezogen, die fortan als Donauinsel bekannt war. Der Name war zwar nicht gerade kreativ, doch wenigstens effizient.

Jene Insel ist gestaltet wie ein riesiger Park. Sobald die Sonne scheint, sieht man um die U-Bahn Station “Donauinsel” Schwärme von Philippinen grillen und picknicken, während der nördlichere Teil überwiegend von Türken begrillt und be-sonnenbadet wird. Das sind nur unwichtige Informationen am Rande, auch wenn ich mich schon des Öfteren gefragt habe wieso dem denn so ist.

Wichtig ist, dass jedes Jahr im Juni ein Fest der Musik dort stattfindet. Diverse Radiostationen und andere Unternehmen, die Geld dafür haben, bauen dort ihre Bühnen auf; alles was Alkohol und/oder Würstel verkauft stellt einen Stand auf und ein Wochenende lang hausiert dort ein Festival mitten in der Stadt.

Damals, als ich noch junge 12 war, verbrachte ich dort gerne mit Freunden einen Nachmittag und klapperte ein Standl nach dem anderen nach Werbegeschenken ab. In jenem Jahr waren wir sehr erfolgreich.

Im nächsten Jahr wurde die Ausbeute schlagartig mager und im Jahr darauf herrschte eine vernichtende Dürre bezüglich Gratis-Zeug.

Mit 15 Jahren wagte ich mich des Abends auf das Fest und lauschte den Klängen von Sunrise Avenue während ich auf einem Mistkübel stand um eine bessere Sicht auf die Band zu erlangen.

Seitdem hat das Fest aber nicht genug Pull auf mich gewirkt, dass ich hingegangen wäre.

Doch letztes Wochenende gingen wir spontan hin, erwischten gerade noch die 3 Lieder der Zugabe von Mando Diao – ich muss gestehen, ich kannte den Namen, aber habe mir deutsche Schlager erwartet. Ich wurde positiv überrascht.

Als ich dann um 1 Uhr Nachts auf die U-Bahn beim Praterstern – normalerweise ein Ort der Drogen, Sandler und Polizei – gewartet habe, war die Station voller Donauinselfest-Geher, die 15 Minuten des Wartens überbrücken mussten.

Ratet mal was ein Pärchen angefangen hat zu machen! Und dann hat eine Gruppe leicht angetrunkener Freunde mit ihrer Warte-Beschäftigung  alle Augen auf sich gezogen.

Das Pärchen hat angefangen Ninja zu spielen, ein Spiel, das mir in der Volksschule beigebracht wurde und was zu jeder Tageszeit witzig ist.

Die Freundesgruppe hat Hampelmänner gemacht, damit sie nicht einschlafen.

Niemand hat herum geschrien. Niemand hat andere Leute genervt. Alle haben sie nur versucht sich wach zu halten und einen netten Abend zu haben.

An keinem Moment an dem Abend habe ich mich sonderlich unsicher gefühlt, auch wenn Wien eine große Stadt ist und der Praterstern oder andere Orte oft Grusel erwecken. Meine Moral ist also, dass Musik Leute zusammen bringt. Dass Leute sich gemeinsam, aber auch einfach nebeneinander über die warme Jahreszeit freuen können und eine tolle Atmosphäre gestalten kann.

Ende.

Sophie. 

Ps: Diesen Text habe ich in der U-Bahn am Heimweg verfasst, weil mich die Hampelmänner so inspiriert haben 😁

Ein Mittwochabendgedicht

Die Sophie hat sich eine Heimfahrt erschnorrt,

doch prompt fand sie einen Tatort.

Mit Joey am Beifahrersitz fuhr sie unschuldig durch eine Gasse,

dort erwartete die beiden eine Menschenmasse.

Sechs Autos an Polizisten versperrten den Weg,

eins davon war sogar die Weg(a).
Vor dem Auto war die Polizei,

hinter dem Auto nochamal zwei.

„Was wollen Sie hier,“ wurden die beiden gefragt.

„Wir wollten nur durchfahren,“ haben die beiden gesagt.

„Das dauert wohl noch,“ sagt der Polizist,

„hier gibts einen Terrorist.“

PLOT TWIST

Eine Freundin der Sophie wohnt gleich nebenan,

Die Sophie fragt sich, ob sie die wohl sehen kann.

Nein, niemand rundum darf aus dem Haus,

alle Nachbarn schaun nur aus ihrem Fenster heraus.

Jetzt kommt noch die Cobra, noch nicht in voller Montur,

vor Ort ziehen sie sich an und gehen den Dschihadisten auf die Spur.

Jawohl, richtig gehört! Nicht nur einer, sondern zwei!

Einen holen sie vorne raus, den andern bei der Hintertür und die Action ist vorbei.

Die Rettung und die Polizei, alle schreiben noch ihr Protokoll,

Cobra und Wega ziehen sich wieder um, entladen die Waffen, der Job ist anspruchsvoll.
Nach einer Stunde ist die Straße wieder frei,

Sophie und Joey, bei jeder Action dabei!

Tragödien der Sprache

Eine multilinguale Person hat es echt schwer. 

Es reicht nicht, dass ich viel mehr stottere seit ich fließender Italienisch spreche, weil mir mitten in der Konversation das passende Wort zuerst auf meinen anderen zwei Sprachen einfällt. Oh nein, ich kann auch manche Themen auch nur in einer gewissen Sprache ausreichend behandeln.

Doch, oje, damit ist meinen linguistischen Problemen noch lange nicht genüge getan!

Lieber Leser, lass mich dich auf einen kleinen Ausflug in mein Leben mitnehmen.

Stell dir vor, du hast dein Lieblingsessen lange nicht mehr gegessen. Und du hast so oft Lust drauf, aber du hast nie nie richtigen Zutaten zur Hand. Dann plötzlich, siehst du eine Person neben dir in der U-Bahn oder einen entfernten Facebook-Freund wie sie/er jenes Lieblingsessen genüsslich verzehrt. Ganz logisch, dass dein Blick sich auf jene Person richtet, nicht wahr? (somit hätte ich den Sophie-typischen Absatz über Essen auch wieder mal eingebaut)

Liebe Sophie, denkst du wohl, ich verstehe, dass Essen und Kultur viel miteinander zu tun hat, was wär die Welt schließlich ohne Pizza? Aber ich verstehe nicht ganz, was das mit deinen Sprachproblemen zu tun hat.

Lieber Leser, das Essen ist eine Metapher. Ich mag alles an Italienisch. Die Sprache, die Melodie, et cetera

Und ich war so lange nicht mehr in Italien oder habe eine gscheite Konversation auf Italienisch geführt. Als ich heute Abend mit der U-Bahn gefahren bin und dann „l’umidità a Vienna…“ gehört hab, haben sich meine Ohren unter meiner Haube aufgestellt wie die eines Hundes. Wenn Hunde Hauben trügen. Als sich diese zwei sprechenden Italiener dann neben mich gesetzt haben, hab ich – natürlich – so tun müssen als schriebe ich etwas auf meinem Handy um mich unauffällig in ihre Unterhaltung einklinken zu können.

Schon bald begegnete ich der ersten Schwierigkeit. Ich durfte nicht über ihre Witze lachen. Schnell schaute ich auf mein Handy, um mein Alibi zu beschützen.

Als die U-Bahn in einen Tunnel einfuhr, die nächste Hürde: Ich musste mich möglichst unauffällig konzentrieren, um nicht den roten Faden des Gesprächs über den Krach des Zuges zu verlieren.

Es war inmitten jener Konzentrationsphase, dass ich dann bemerkte, dass ich eine Station zu weit gefahren bin. Im Geiste verabschiedete ich mich von meinen Fahrtkollegen und, über mich selber schmunzelnd, stieg ich aus.

Fun afterfact: während ich auf die nächste U-Bahn gewartet hab, hat sich auf einmal ein junges Pärchen hinter mich gestellt. Dreimal darfst du raten, was dieses Pärchen so besonders gemacht hat…

Sophie

Alkohol und was ich drüber weiß

I have to think hard to name an interesting man who does not drink.
~Richard Burton

Meine liebsten Leute,

hin und wieder, wenn ich einen langen Tag gehabt hab, fahr ich mir mit der Hand übers Gesicht und denk mir: I need a drink.

Halt, stopp, Moment, ich hab gedacht ihr Mormonen trinkt keinen Alkohol?

Tja, richtig gedacht, lieber Leser. Leicht erschrocken schau ich mich dann um, ob nicht vielleicht jemand in meiner Nähe mir diesen Gedanken eingeschoben hat. Doch nein, das war schon ich. Nur ich und ich allein.

In ziemlich jedem Film wird getrunken. Wenn sich jemand in jeder zweiten Szene was einflößt, ist das eine relativ normale Verhaltensweise, nicht? Und sowas beeinflusst mich!
Ich kenn mich in der Welt des Alkohols besser aus, als in der Welt der Autos. Ich weiß zu welchem Anlass man welchen Alkohol trinkt, aber ich hab noch nie einen Reifen gewechselt! Und, ganz ehrlich, welches Wissen ist für mein Leben relevanter?

Ich gebe aber gerne zu, dass es beruhigend ist etwas zu trinken, wenn die Nerven aufgerieben sind. Ich verstehe, dass die Geschmacksnerven gern eine exotische Kombination erleben wollen wenn die Emotionen nur so springen. Es macht Sinn.

Wenn man an eine Mauer stößt, ist das der Moment an dem man fliegen lernt. Ohne Hindernis, hat man nie so großes Bedürfnis seine Flügel zu verwenden.

So sehe ich diesen Moment des „I need a drink – oh, ich trink ja gar nicht“ als Anlass etwas zu kreieren, was ich zu jeder Zeit genießen kann: Smoothies.

Ich liebe Smoothies.

Das nächste Mal also, wenn ich nach einem anstrengenden Tag heimkomm, wird nicht als Erstes an Brandy gedacht, sondern an Apfel – Erdbeer – Kiwi – Pfeffer.

Einen Gedankengang ändert man indem man die Richtung wechselt, nicht indem man stehen bleibt.

Jetzt bleibt mir nur noch zu warten, dass ein Charakter in einem Film, statt dem Champagner unter der Spüle, einen Mixer aus dem Schrank holt und sich einen Power Smoothie komponiert, wenn sie gestresst ist.

Liebe Leute, damit wünsche ich euch eine frohe Weihnacht. Bleibt gesund, trinkt ein paar Vitamine, feiert schön.

Sophie